Neue Übersicht zu Impfstoff gegen Corona

Welcher Impfstoff gegen Corona ist am weitesten

Welcher Impfstoff gegen Corona ist am weitesten. Übersicht der Corona Impfstoffe

Das Rennen um den Corona-Impfstoff biegt auf die Zielgerade ein. Jetzt gibt es die erste Zulassung in Europa, weitere Verfahren laufen, Russland und China impfen bereits Teile ihrer Bevölkerung. Erst wenn ein Sars-CoV-2-Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, wird der Corona-Spuk wohl vorbei sein – darauf weisen Experten schon seit Beginn der Pandemie hin. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO arbeiten inzwischen rund 180 Wissenschaftsteams in aller Welt an der Entwicklung eines wirksamen Vakzins.

BioNTech, Fosun Pharma und Pfizer

  • Zulassung X
  • Zulassung beantragt
  • Erbgut-basierter Impfstoff

Besonders weit mit seinem Impfstoff ist ein deutsches Unternehmen. BioNTech, mit Sitz in Mainz, hat sich mit den Pharmafirmen Pfizer und Fosun Pharma zusammengetan. Am 18. November verkündeten die Unternehmen, dass die entscheidenden klinischen Tests an BNT162b2, die vor einer Zulassung nötig sind, abgeschlossen seien. Wie sich bereits in einer Zwischenanalyse angedeutet hatte, zeigt der Impfstoff eine hohe Wirksamkeit. Zudem habe er sich bisher als sicher erwiesen, erklärten die Unternehmen in einer gemeinsamen Stellungnahme. BNT162b2 erfülle also die Bedingungen, damit ein Antrag für eine Notfallzulassung in den USA möglich ist. Die Unternehmen kündigten kurz darauf an, den Antrag auf den Weg gebracht zu haben.

In einigen Ländern ist der Impfstoff bereits zugelassen. In der EU läuft die Prüfung noch. Schon bevor die finalen Studien abgeschlossen wurden, hatte die Europäische Arzneimittelbehörde Ema erste Schritte für die Zulassung von BNT162b2 unternommen. In einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren wurden die bisher verfügbaren Daten zum Impfstoff geprüft, während die finalen Ergebnisse der Studien später eingereicht werden. Erweist sich ein Kandidat jedoch nicht als wirksam oder sicher genug, kann das Verfahren immer noch abgebrochen werden.

Moderna und NIAID

  • Zulassung beantragt×
  • in Phase III×
  • Erbgut-basierter Impfstoff×

Das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen Moderna das erste, das seinen Impfstoffkandidaten an Menschen getestet hat. Seine Studien führt das Unternehmen gemeinsam mit dem National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) durch, einem Forschungsinstitut der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde. Der Impfstoff mRNA-1273 ist ein Erbgut-basierter Impfstoff. Ein Bericht über die erste klinische Studie wurde im Fachmagazin NEJM veröffentlicht (Jackson et al., 2020). Inzwischen hat die US-Firma Studienergebnisse gemeldet mit einer über 94-prozentigen Impfstoffwirksamkeit. Am 30. November gab Moderna bekannt, im Laufe des Tages die Zulassung seines Impfstoffes in der EU sowie parallel dazu eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragen zu wollen.

University of Oxford und AstraZeneca

Forschende der britischen University of Oxford haben ihren Impfstoff gemeinsam mit dem Pharmakonzern AstraZeneca entwickelt. Die Impfung namens AZD1222, in Studien als ChAdOx1-S bekannt, funktioniert nach dem Prinzip eines Vektor-Impfstoffs. Als Vehikel dient in diesem Fall ein Adenovirus, das häufig als Vektor genutzt wird und dafür bekannt ist, beim Menschen unter anderem erkältungsähnliche Symptome auszulösen. Ein Bericht zur erfolgreichen Testung in den Phasen I und II erschien im Fachmagazin The Lancet (Folegatti et al., 2020).

Am 9. September 2020 gab AstraZeneca bekannt, dass die Tests mit ChAdOx1-S vorübergehend ausgesetzt wurden. Man müsse den Fall eines Patienten untersuchen, bei dem eine möglicherweise gravierende Nebenwirkung aufgetreten sei. Nun werde geprüft, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgelöst wurden. Dieses Vorgehen ist Standard in der Impfstoffentwicklung. Während so einer Unterbrechung werden keine weiteren Studienteilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet. Phase-III-Studien sind unter anderem dafür gedacht, mögliche seltene Nebenwirkungen zu entdecken. Einige Tage später wurde die Studie fortgesetzt.

Zudem hat die Europäische Arzneimittelbehörde Ema bereits erste Schritte für die Zulassung von ChAdOx1-S unternommen. In einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren werden die bereits verfügbaren Daten zum Impfstoff bereits geprüft. Erweist sich der Impfstoff jedoch nicht als wirksam oder sicher genug, kann das Verfahren abgebrochen werden.

CureVac

Am 3. Dezember 2020 meldete CureVac als weiteres deutsches Unternehmen die finalen klinischen Studien vor der Zulassung für seinen Impfstoff an. CVnCoV enthält wie die Kandidaten von Moderna und BioNTech mRNA-Schnipsel, mit denen der Körper seine Impfung selbst herstellt. CureVac hat die Studien der Phasen II und III zusammengelegt und plant, 36.500 Probandinnen und Probanden dafür zu rekrutieren.

Medicago

Mit Medicago mit Sitz in Québec ist auch ein kanadisches Unternehmen eines der weitesten mit seinen Impfstofftests. Sein Kandidat CoVLP funktioniert nach einem anderen Prinzip als herkömmliche Impfstoffe. Er enthält sogenannte virusähnliche Partikel (VLPs), die die Struktur des Coronavirus nachahmen. Medicago stellt diese VLPs in Pflanzenzellen her. Üblicherweise werden solche Proteine in Zellen von Tieren hergestellt. Getestet wird der Impfstoff dem Studienregister zufolge an etwas mehr als 30.000 Menschen.

Inovio Pharmaceuticals

Das US-amerikanische Unternehmen Inovio Pharmaceuticals ist das erste, das einen Kandidaten in die späten Studienphasen bringt, der auf DNA basiert. Zuvor hatten es nur mRNA-Impfstoffe so weit geschafft. INO-4800 soll in den USA getestet werden. Die Studien der Phase II und III wurden dafür zusammengelegt. Inovio Pharmaceuticals arbeitet an dem Kandidaten gemeinsam mit der NGO International Vaccine Institute, die auf Initiative der UN die Entwicklung von Impfstoffen unterstützt.

Anhui Zhifei Longcom Biopharmaceutical

Als fünftes Team aus China hat eine Arbeitsgruppe des Unternehmens Anhui Zhifei Longcom Biopharmaceutical Ende November 2020 eine Studie der Phase III für seinen Impfstoffkandidaten angemeldet. Die Impfung namens ZF2001 enthält ausgewählte Virus-Proteine und einen Wirkverstärker (Adjuvans). Getestet wird die Vakzine dem chinesischen Studienregister zufolge an knapp 30.000 Menschen in China. Das Projekt betreut das Unternehmen gemeinsam mit dem Institute of Microbiology von der chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Bharat Biotech

Im November meldete ein indisches Unternehmen die vor der Zulassung finale klinische Untersuchung für seinen Impfstoff namens Covaxin oder BBV152 an. Bharat Biotech hat seinen Sitz in der zentral-indischen Stadt Hyderabad und möchte seinen zunächst knapp 26.000 Impflingen ein ganzes, inaktiviertes Virus verabreichen. Entwickelt wurde der Kandidat in Zusammenarbeit mit dem Indian Council of Medical Research (ICMR) und dem Nationalen Institut für Virologie (NIV).

Novavax

Nach erfolgsversprechenden Voruntersuchungen kündigte Ende September 2020 auch das US-amerikanische Unternehmen Novavax an, seinen Impfstoffkandidaten NVX-CoV2373 in den finalen Phase-III-Studien testen zu können. Die Vakzine enthält dem Hersteller zufolge ausgewählte Antigene, also Proteine von dem für das Coronavirus charakteristische Spike-Protein, an dem das Immunsystem ansetzt, um das Virus zu bekämpfen. Dazu soll ein chemischer Wirkverstärker, genannt Adjuvans, verabreicht werden. NVX-CoV2373 wird zunächst an rund 10.000 Probandinnen und Probanden aus Großbritannien getestet. Die Hälfte davon bekommt ein Placebo. In den Phasen I und II hatte der Impfstoff gezeigt, dass er eine Immunantwort auslösen kann und auch sicher sein könnte (NEJM: Keech et al., 2020). Ob er tatsächlich vor Covid-19 schützt und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen hat, muss er nun beweisen.

Sinovac

Der chinesische Pharmakonzern Sinovac ist einen bereits gut erprobten Weg gegangen und will Impflingen einen Totimpfstoff verabreichen. Bei Untersuchungen an Rhesusaffen zeigte der Impfstoffkandidat CoronaVac bereits Erfolge (Science: Gao et al., 2020). In Brasilien und in Indonesien laufen derzeit zwei Studien an mehreren Tausend Freiwilligen. Anfang November verkündete das Butantan Institute, das die Studien in Brasilien durchführt, einen vorübergehenden Stopp des Verfahrens. Es habe einen „schwerwiegenden Zwischenfall“ gegeben, der nun untersucht werden müsse. Klinische Studien werden routinemäßig unterbrochen, wenn es einen Krankheitsfall unter Probandinnen und Probanden gibt. Mittlerweile läuft die Studie weiter.

Sinopharm und Wuhan Institute of Biological Products

Das chinesische Pharmaunternehmen Sinopharm hat zwei Impfstoffkandidaten im Rennen. Bei beiden handelt es sich um Totimpfstoffe. Einer davon wird von einer Forschergruppe am Wuhan Institute of Biological Products entwickelt.

Sinopharm und Beijing Institute of Biological Products

Der zweite Kandidat des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm stammt von Forschenden am Beijing Institute of Biological Products. Für beide Kandidaten wurden die Studien in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) angesetzt. Anfang Dezember kündigte das Gesundheitsministerium der VAE an, für den Impfstoff des Beijing Institute of Biological Products eine Zulassung zu erteilen. Eine Zwischenanalyse hatte laut einer Mitteilung eine Wirksamkeit von 86 Prozent ergeben. Außerdem habe die Impfung in 100 Prozent der Fälle vor einem schweren Verlauf bewahrt. Insgesamt schloss die Phase-III-Studie 31.000 Menschen ein. Wie viele davon in der Zwischenanalyse berücksichtigt wurden, gab das Ministerium nicht bekannt. Schon im September hatte es eine Notfallzulassung für den Impfstoff erteilt.

Janssen

Das belgische Pharmaunternehmen Janssen hat eine Testung seines Impfstoffes Ad26.COV2.S in Phase III ebenfalls offiziell angemeldet. Es handelt sich dabei um einen Vektor-Impfstoff mit einem altbewährten Adenovirus als Transportmittel. Bei Rhesusaffen wurde der Impfstoff bereits erfolgreich eingesetzt (Nature: Mercado et al., 2020) und seit Kurzem ebenso an Menschen in den Testphasen I und II.

Am 12. Oktober 2020 gab Janssen als zweites Unternehmen bekannt, dass die aktuell laufende Phase-III-Studie vorübergehend unterbrochen wurde. Ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin habe zunächst unerklärliche Krankheitssymptome gezeigt, deren Ursprung nun untersucht würde, hieß es in einer Mitteilung. Knapp zwei Wochen später vermeldete der Impfstoff-Hersteller die Fortsetzung der Studie. Nach einer Überprüfung des Falls und mithilfe der Einschätzung von unabhängigen Experten habe man keine Hinweise dafür gefunden, dass der Krankheitsfall durch die Impfung ausgelöst wurde. Anfang Dezember 2020 genehmigte die Europäische Arzneimittelbehörde Ema ein Rolling-Review-Verfahren für Janssens Impfstoff.

Gamaleya-Institut

Die Zulassung eines Impfstoffs Gam-COVID-Vac, auch genannt Sputnik V, vom Moskauer Gamaleya-Institut erregte Anfang August großes Aufsehen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte verkündet, dass der Impfstoff bald schon in die Großproduktion gehen und zunächst Krankenhauspersonal sowie Lehrerinnen und Lehrern angeboten würde. Um die 30 Millionen Dosen sollten – so zumindest anfangs angekündigt – bis Ende 2020 produziert werden. Die Vakzine beruht auf dem gleichen Prinzip wie der Vektor-Impfstoff von Forschenden der Universität Oxford. Trotz Zulassung hat der Impfstoff die Studien der Phase III noch nicht erfolgreich absolviert. Diese sind normalerweise eine Grundvoraussetzung dafür, dass überhaupt eine Zulassung für eine Vakzine beantragt werden kann. Darüber hinaus haben sich seit der russischen Zulassung weitere Schwierigkeiten ergeben, die ein Erreichen der Ziele aus dem August schwierig machen.

CanSino Biologics

Schon im Juni wurde in China ein Impfstoff gegen Covid-19 zugelassen. Die Vektor-Vakzine enthält ein Adenovirus als Vehikel und hat die Studien der Phase III noch nicht durchlaufen – also noch nicht endgültig gezeigt, dass sie sicher und wirkungsvoll ist. Ad5-nCoV sei vor allem für den Notfallgebrauch innerhalb des chinesischen Militärs gedacht, berichtete der Hersteller CanSino Biologics auf seiner Website, der den Wirkstoff gemeinsam mit der chinesischen Militärakademie für Wissenschaften entwickelt hat. Dass der Impfstoff in den ersten klinischen Studien Erfolge zeigte, berichteten die Forschenden im Mai im Fachmagazin The Lancet (Zhu et al., 2020).

Übersicht der Corona Impfstoffe

Welcher Impfstoff gegen Corona ist am weitesten.
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Weiterführende Informationen zum Corona Impfstoff

Das ist der Stand bei der Corona-Impfung. Bundesregierung

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