Lernen früher und heute – Von der Prügelstrafe zum E-Learning

Die Art und Weise der Vermittlung von Wissen unterliegt, wie so vieles, ständigen Veränderungen. Die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung auseinandersetzt, ist die Pädagogik. Weitere Synonyme dafür lauten Erziehungswissenschaft oder Bildungswissenschaft.

Welche Verfahren des Lehrens im Unterricht der Schule, der Ausbildung, der Hochschule sowie in Angeboten der Erwachsenenbildung Anwendung finden, definieren die Begriffe Lehrmethode oder Unterrichtsmethode. Dabei lässt sich die Spannweite der Bedeutung in drei Bereiche einteilen:

● pädagogisches Konzept, das dem Lehrbetrieb einer ganzen Institution zugrunde liegt (zum Beispiel Montessoripädagogik, Waldorfpädagogik)
● Unterrichtsstil eines einzelnen Lehrers (zum Beispiel Frontalunterricht, selbständige Wissensaneignung)
● Sozial- und Arbeitsform in einer bestimmten Phase einer einzelnen Unterrichtsstunde (zum Beispiel Einzelarbeit, Gruppenarbeit)

Die verschiedenen Lehrmethoden und pädagogischen Konzepte unterlagen immer den vorherrschenden gesellschaftlichen Normen und Werten. Eine kleine Reise durch die Lehrmethoden der Zeitepochen wird zeigen, wie sehr sich diese vom 19. bis ins 21. Jahrhundert hinein gewandelt haben.

Drill und Schwarze Pädagogik

Ende des 19. bis weit in das 20. Jahrhundert hinein waren Gewalt und Einschüchterung eine weit verbreitete Lehrmethode. Die Lehrkräfte waren damals der Auffassung, dass die Kinder für das Leben abgehärtet werden mussten. Die Pädagogik hatte zum Ziel, den Willen des Kindes zu brechen. Als Mittel dienten dabei die offene oder verborgene Machtausübung, Manipulation und körperliche und seelische Züchtigung. Das Schlagen von Kindern in Schulen war im Westen Deutschlands noch bis 1969 erlaubt.

Aufhebung der Prügelstrafe

DDR: Verbot, Kinder in Schulen zu schlagen im Jahr 1949
BRD: Verbot, Kinder in Schulen zu schlagen im Jahr 1969
Deutschland: Abschaffung des elterlichen Züchtigungsrechts im Jahr 2000

Frontalunterricht

Als nahezu einzige Methode, Wissen zu vermitteln, kam bis weit in das 20. Jahrhundert der Frontalunterricht zum Einsatz. In seltenen Fällen wurde dieser durch weitere Lehrmethoden ergänzt. Dazu zählen insbesondere Experimente, Filmvorführungen oder Exkursionen. Die einfachste Form des Frontalunterrichts fand so statt, dass der Lehrer vor der Klasse stand, oft mit einem Stab in der Hand, und über ein bestimmtes Wissensgebiet sprach. Die Schüler hörten zu, oft mit verschränkten Armen oder mit den Händen auf der Bank, und sprachen im Chor nach oder antworteten auf Fragen. Obwohl diese Unterrichtsmethode bei Experten verpönt ist, ist sie immer noch der am meisten verwendete Unterrichtsstil im Schulalltag.

In alten Spielfilmen aus der Zeit des Deutschen Reiches war der damalige Schulalltag ein beliebtes Sujet. „Die Feuerzangenbowle“ aus dem Jahre 1944 mit Heinz Rühmann zeigt zum Beispiel in einer Szene Lehrer Bömmel, wie er vor seinen Schülern steht und über die „Dampfmaschien“ doziert, wobei er von ihnen verlangt: „Da stelle mer uns ma janz dumm…“.

Hirnforscher führen diese Szene gern an, um die unterschiedlichen Lerntypen darzustellen, die Lehrer Bömmel sträflich vernachlässigt hat. Schon in frühster Kindheit legt der Mensch sich auf einen bevorzugten Wahrnehmungskanal fest, wie die nachfolgende verdeutlicht:

● Lerntyp: optisch-visueller Typ: lernt durch Lesen und Beobachten
● Lerntyp: haptisch-kinästhetischer Typ: lernt durch Anfassen oder Nachahmen
● Lerntyp: auditiver Typ: lernt durch Vortrag und Gespräch
● Lerntyp: abstrakt-verbaler Typ: muss mit Begriffen und Formeln die innere Logik durchblicken

Wenn im Internet von einer benutzerfreundlich gestalteten Webseite die Rede ist, ist also der optisch-visuelle Typ gefragt. Die Benutzung einer Internetseite kann man nicht durch Anfassen lernen. Deshalb sind Unternehmen mit einer Präsenz im Netz in erster Linie auf eine optisch übersichtliche Gestaltung ihrer Seiten angewiesen. Der User sollte sehr schnell alle wichtigen Funktionen erkennen und die entsprechenden Buttons finden können.

Clevere Webseitenbetreiber stehen mit ihren Nutzern in ständiger Interaktion. Wenn die Erfahrungen der Zielgruppe in die Gestaltung der Webseite und deren inhaltlichen Aufbau mit einfließen, kann kaum eine bessere Optimierung stattfinden. Es gibt dafür einige gelungene Beispiele im Netz. Wenn Sie dem Link folgen, können Sie mehr dazu lesen, wie Erfahrungsberichte der Nutzer Inhalt und Aufbau einer Webseite beeinflussen können.

E-Learning

Im Zeitalter von Informations- und Kommunikationsmedien werden die Unterrichtsmethoden mehr und mehr an die neuen Herausforderungen angepasst. Noch vor wenigen Jahren wurde E-Learning als die Bildungsform des 21. Jahrhunderts propagiert. Mittlerweile hat sich diese Behauptung etwas relativiert. Experten verweisen darauf, dass E-Learning die traditionellen Bildungsformen nicht ersetzen kann. Es ist lediglich als eine sinnvolle Unterstützung im Lernprozess zu sehen. Als exemplarisches Beispiel sei hier die mediendidaktische Konzeption der digitalen Schulbank genannt. Dabei werden digitale Medien weitestgehend in den Schulalltag integriert.

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