Das beste Mittel gegen Einschlafprobleme – Beditation

Jede der schon einmal unter Schlafentzug gelitten hat, kennt die gut gemeinten Ratschläge besorgter Mitmenschen: Schäfchen zählen, Abends keinen Alkohol trinken, früh zu Abend essen, das Bett umstellen oder doch ein Glas Wein trinken? Dennoch liegen sechs von zehn Personen regelmäßig in ihren Betten und können selbst nach Stunden nicht einschlafen. Wenn Sie sich jetzt angesprochen fühlen, kann ich Sie beruhigen, denn in den meisten Fällen lässt sich das Problem ganz einfach aus der Welt schaffen.

Die Lösung ist simpel: „Bediation”

Am „Fettes College“, der Schule des ehemaligen britischen Premier Ministers Tony Blair, werden die Studenten in „Beditation“ unterwiesen um auch in den stressigen Prüfungsphasen ausreichend Schlaf zu bekommen. Deborah Spens, die Leiterin des Programms sagte der Sunday Times: „Das Konzentrationsniveau ist deutlich gestiegen, die Schüler sind ruhiger, glücklicher und erfüllter.“

Was aber ist „Beditation“?
Das Wort setzt sich aus dem englischen Begriff „bed“ (Bett) und Meditation zusammen, einfacher gesagt es ist meditieren in liegender Position. Im Gegensatz zur klassischen Meditation dürfen Sie beziehungsweise sollen Sie sogar einschlafen. Das klingt erst einmal unspektakulär, der Erfolg aber spricht für sich.

Die Wurzeln dieser Methoden liegen in der asiatischen Philosophie und einer der Gründe für die wachsende Popularität ist die Tatsache, dass weder religiöse noch spirituelle Praktiken erforderlich sind.
Ein Pionier ist der amerikanische Molekularbiologe Dr. Jon Kabat-Zinn, der in seiner „Stress Reduction Clinic“ seit 1979 beachtliche Erfolge durch Achtsamkeits- und Meditationsübungen erzielt. Hier entwickelte er den achtwöchigen Mindfulness Based Stress Reduction Kurs (MBSR), welcher Elemente aus dem Hatha Yoga, Vipassana und Zen kombiniert.

Diverse wissenschaftliche Studien über Achtsamkeitsübungen und Meditation beziehungsweise Beditation bestätigen die positiven Auswirkungen auf Körper und Geist. Die Konzentration von Stress auslösenden Botenstoffen wird gesenkt, gleichzeitig wird die Ausschüttung beruhigender Substanzen erhöht, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit einer psychischen Erkrankung verringert, das Immunsystem gestärkt und das Krankheitsrisiko verringert wird.

Nehmen Sie ihre bevorzugte Schlafposition ein und machen Sie es sich so bequem wie möglich. Wenn Sie jetzt von endlosen Sturzbächen an Gedanken heimgesucht werden, ist das völlig normal. Ihr Gehirn verarbeitet die Eindrücke des Tages und arbeitet an ungelösten Konflikten. Rekapitulieren Sie den Tag wenn Sie möchten doch verweilen Sie nur kurz bei Ihren Gedanken, lassen Sie die Flut einfach vorbeirauschen.

Fokussieren Sie sich jetzt auf Ihren Atem ohne Ihn jedoch zu kontrollieren. Ein buddhistischer Mönch lehrte es mich so: „Wenn du dich auf deinen Atem fokussierst, dann ist es als würdest du einen Freund in einer großen Menschenmenge entdecken. Du hörst nicht auf die anderen Menschen zu sehen, du konzentrierst dich auf deinen Freund.” Lesen Sie den Satz noch einmal, ersetzen Sie aber das Wort Freund durch Ihren Atem und die Menschen durch Ihre Gedanken.

Verdrängen Sie die Gedanken nicht, akzeptieren Sie diese. Sie müssen sich nicht verbissen auf Ihren Atem konzentrieren, beobachten Sie einfach die Luft wie sie ein- und ausströmt. Wenn Sie Ihren Freund verlieren, suchen Sie Ihn wieder, lassen Sie die Anderen unscharf werden und fokussieren Sie sich auf Ihren Freund.

Anfangs werden sich Gedanken einschleichen wie : „Ich kann einfach nicht einschlafen, ich gehe besser ins Wohnzimmer und lese ein paar Seiten.” Doch Sie müssen sich nicht immer selbst Glauben schenken, das ist nur ein weiterer Gedanke. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Freund, bemerken Sie jedes Mal aufs Neue wie Sie sanft ein- und wieder ausatmen.

Bald werden Sie nur noch Ihren Freund sehen und ihn dann verlieren. Doch dann sind Sie eingeschlafen.