Wie viel geben die Deutschen für Reisen aus?

Seit dem Wirtschaftswunder und Run auf die italienische Mittelmeerküste gelten Deutsche als reiselustig. Und der Trend zum Verreisen ist auch in den letzten Jahren ungebrochen. Terroranschläge in der Türkei oder Frankreich haben daran nichts geändert. Statt zu Hause zu bleiben, suchen sich viele Haushalte einfach andere Reiseziele. Die Zahl der Urlaubsreisen ist in den letzten Jahren unverändert hoch geblieben. Deutlich wird diese Entwicklung unter anderem an der Reisestatistik des Deutschen Reiseverbands – kurz DRV. Dessen Auswertung zeigt nicht nur, wie viele Reise deutsche Haushalte unternehmen.

Nord- und Ostseeküste hat die Nase vorn

Die DRV-Marktstatistik gibt auch Auskunft darüber, welche Reiseziele in den letzten Jahren bei Deutschen besonders beliebt waren. Überraschend ist der hohe Anteil an Trips im Inland. Circa ein Drittel aller Urlaubsreisen geht nicht ins Ausland, sondern zu Zielen, die innerhalb der Bundesrepublik liegen.
Die Nord- und Ostseeküste hat hier natürlich die Nase vorn. Aber auch die Alpen und deutschen Mittelgebirge haben immer noch ein Wörtchen mitzureden. Wie viel Geld geben Familien und Singles für die Ferien eigentlich aus?

Die Reisekosten der Deutschen

Als Reisekosten werden zuerst nur die eigentlichen Buchungskosten wahrgenommen. Dabei umfasst dieser Bereich deutlich mehr. Haushalte müssen im Urlaub auch etwas Essen, wollen Ausflüge unternehmen oder müssen vor Ort noch zusätzliche Ausgaben wie die Kurtaxe (manchmal salopp als Bettensteuer bezeichnet) stemmen.
Wie hoch sind die Reisekosten im Urlaub? Mit dieser Frage beschäftigen sich immer wieder Statistiker. So kommt die Stiftung für Zukunftsfragen in ihrer Tourismus-Analyse 2020 auf durchschnittlich 1.166 Euro – oder 90 Euro pro Tag – die für Urlaube aufgewandt werden. Aus den zurückliegenden Untersuchungszeiträumen lässt sich ein Trend ableiten: Verreisen wird teurer. Beispiel: Für 2011 verzeichnete die Analyse noch Reisekosten von 1.012 Euro.

Dabei sind die Reisekosten nicht gleichmäßig verteilt

Besonders ältere Reisende geben laut Tourismus-Analyse 2020 mehr Geld aus.
Kosten für Reisen nach Altersgruppe:
• 14- bis 34-Jährige 1.000 Euro (78 Euro pro Tag)
• 35- bis 54-Jährige 1.194 Euro (92 Euro pro Tag)
• über 55-Jährige 1.264 Euro (98 Euro pro Tag)
Entscheidend ist aber auch das Reiseziel. Osteuropa und das Inland sind im Vergleich recht günstig. Je weiter weg es geht, um so teurer werden die Trips. Gerade Nordamerika macht sich deutlich bemerkbar. Hier liegen die Reisekosten deutlich über der 100-Euro-Marke pro Tag. Das Fernreisen die Statistik anführen, erklärt sich aus den hohen Buchungskosten, welche in diesem Fall schnell bei mehreren tausend Euro pro Person liegen können.

Die Annahme, im Inland immer günstig zu verreisen, ist falsch

Je nach Region in Deutschland können die Reisekosten über dem allgemeinen Durchschnitt liegen. So können die Ferien in den bayerischen Alpen teurer sein als eine Reise in die Türkei oder nach Griechenland. Wer sparen will, sollte sich nach Reisen umsehen, die außerhalb der Hauptsaison angeboten werden. Ein Grundsatz, der sowohl für Trips im Inland als auch Auslandsreisen gilt.

Wie werden Reisen finanziert?

Kredite sind in vielen Bereichen inzwischen gängige Praxis, um Konsumgüter oder Autos zu finanzieren. Zu welchen Mitteln greifen Haushalte, um ihren Urlaub zu finanzieren? Umfragen zeigen, dass die Verwendung von Darlehen für:
• Autos
• Immobilien
• Umschuldungen
in Deutschland zwar gängige Praxis ist. Für die Ferien greifen allerdings die wenigstens Haushalte auf den Ratenkredit zurück. Siehe Studie. Nur ein sehr geringer Prozentsatz entscheidet sich für diesen Schritt. Womit werden die Kosten der Trips dann gedeckt? In der Regel dürfte es hier auf das Guthaben auf dem Girokonto oder Sparkonten hinauslaufen.

Reiseplanung – was ist zu beachten?

Die Reiseplanung – sprich die Vorbereitung – entscheidet wesentlich darüber, ob die Ferien entspannt werden oder nicht. Wie umfangreich die Reisevorbereitungen sind, richtet sich auch nach der Destination. Speziell Fernreisen müssen hier von einem besonderen Standpunkt aus betrachtet werden. Es geht um das Thema Impfung. Leider nehmen viele Reisende diesen Aspekt immer noch nicht ernst genug. Dabei gibt es immer wieder Beispiele, in denen sich eine ernsthafte Erkrankung mit einer Impfung hätte verhindern lassen. Überhaupt sollte die Reiseapotheke nicht zu „knapp auf Kante“ genäht werden. Ins Gepäck gehören:

Pflaster/Verbandmaterial

• Anti-Durchfallmittel (zum Beispiel Kohletabletten)
• Mittel gegen andere Verdauungsbeschwerden
• Mittel gegen Insektenstiche
• Desinfektionsmittel
• Wundsalbe und Schmerzmittel.

Hilfreich können auch Mittel gegen Erkältungen – und bei Bedarf – Allergien sein.

Nicht minder wichtig ist die Frage, wie Haushalte im Urlaub „flüssig“ bleiben. Hier ist zu empfehlen, sich frühzeitig Gedanken zu machen. Hintergrund: Wird eine Kreditkarte gebraucht und muss diese beantragt werden, ist eine gewisse Vorlaufzeit einzuplanen. Generell wird in der EU das Bezahlen mit der Bankkarte problemlos möglich sein.
Viele Banken aus dem Inland unterhalten Tochtergesellschaften auch im Ausland. In den USA und Kanada oder in Asien ist die Kreditkarte praktisch. Wichtig: Zu klären ist in der Reisevorbereitung, wie mit einem eventuellen Verlust der Karte umgegangen wird – sprich ob ein Notfall-Bargeldservice angeboten wird oder eine Karte ins Hotel geschickt werden kann.

Fazit: Deutsche lassen sich den Urlaub mehr kosten

44 Millionen Reisen – diese beeindruckende Zahl stammt aus dem aktuellen Marktüberblick des DRV. Deutsche Haushalte packt jedes Jahr das Reisefieber. Neben Reisen Richtung Mittelmeer oder nach Übersee sind es im Winter die Alpen und in den Ferienmonaten die Ostsee, welche zu Publikumslieblingen geworden sind. Und die Ferientage lassen sich Haushalte einiges kosten. In den letzten Jahren sind die Ausgaben für den Urlaub gestiegen – auf zuletzt 1.166 Euro. Geld, das nur selten über Kredite finanziert wird. Letztere sind eher anderen Bereichen – wie dem Autokauf oder der Umschuldung vorbehalten. Steigende Reisekosten entstehen nicht nur durch höhere Buchungspreise. Gerade der Urlaub im Ferienhaus macht sich – im Vergleich zur Pauschalreise – im Bereich der Lebenshaltung (Essen und Trinken) bemerkbar. Eines dürfte allerdings auch für den kommenden Urlaub gelten: Wer ihn sich leisten kann, wird garantiert nicht an der falschen Stelle sparen wollen.

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