Skurrile Jobs, die für uns nie in Frage kamen – dachten wir.

Als Kind hat man genaue Vorstellungen von seinem späteren Leben, was häufig etwas mit Tierärztin, Frisörin oder Model zu tun hat. Doch manchmal kommt es später ganz anders und wir landen irgendwo in einem Job, den wir uns nie vorstellen konnten!

Kuscheln als Beruf

Eigentlich kommt die Idee aus den USA, doch sie verbreitet sich auch in Europa immer weiter. Kuscheln als kostenpflichtige Dienstleistung dient als Gegengewicht zu einer vereinsamenden Gesellschaft. Tatsächlich sind immer mehr Menschen allein, und viele leiden unter dem mangelnden Körperkontakt, der ein menschliches Grundbedürfnis ist. Professionelles Kuscheln hat aber nichts mit Sex zu tun, hier wird eine deutliche Grenze gezogen. Es geht um Berührungen, Umarmungen und platonisches Beieinander-Sein. Ob sich dieser Beruf durchsetzen wird? Man kann sich gut vorstellen, dass hier das Angebot auch die Nachfrage bestimmen wird. Der schlechteste Job ist es sicher nicht, denn man arbeitet bei freier Zeiteinteilung und zu einem annehmbaren Stundensatz, der deutlich über dem Mindestlohn liegt – doch natürlich muss man für diese selbstständige Tätigkeit auch Steuern abführen. Verdient man pro Jahr mehr als 17.500 Euro, so kommt zur Einkommensteuer noch die Mehrwertsteuer hinzu.

Begleitdame für kultivierte Herren

Sich wie Pretty Woman fühlen und mit einem attraktiven und erfolgreichen Mann ausgehen – das ist als Escortdame möglich. Wie weit man dann mit dem Herren noch gehen möchte, ist einem selbst überlassen. Ein Diner bei Kerzenlicht anstelle der Pizza vom Italiener um die Ecke, ein ausgesuchter Wein anstelle eines Dosenbiers, wer mit kultivierten Männern ausgehen möchte, ist in diesem Job richtig. Natürlich sollte man selbst die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen und eine gewisse Attraktivität besitzen. Ein gepflegter Körper und Spaß an der Kommunikation sowie Lebensfreude und Unternehmungslust sind ebenfalls unerlässlich, wenn es um das Thema Escort geht. Ein Job, von dem man wahrscheinlich nur der besten Freundin erzählt, während man sich für die weihnachtlichen Gespräche rund um den Beruf im Familienkreis wohl etwas anderes ausdenken wird.

Ohrenputzer – zum Glück noch nicht in Deutschland angekommen

Es gibt Jobs, die gibt es gar nicht. Auch der nächste Beruf hat etwas mit dem Köper zu tun. Er befreit Menschen von der lästigen Pflicht, sich um ihre Ohren selbst kümmern zu müssen – und von ihrem überschüssigen Ohrenschmalz. Die professionellen Reinigungskräfte fummeln das Schmalz aus den Ohren und massieren im Anschluss noch die Ohrläppchen. Ob sie bei jedem Kunden ein neues Besteck verwenden? Wir müssen schon bei dem bloßen Gedanken erst einmal tief durchatmen und sind recht froh, dass das Arbeitsamt uns (noch) nicht in einen solchen Job vermitteln kann.

Den Tank der Haie reinigen

Wir alle kennen die spannenden Unterwasserwelten, für die ganze Zentren eingerichtet wurden, oder die großen Aquarien in Zoos, wo teilweise riesige Fische schwimmen, denen wir in freier Wildbahn nie begegnen würden. Zum Glück! Denn Raubfische wie Haie gelten als gefährlich. Doch haben wir schon einmal daran gedacht, dass es eine sehr mutige Person geben muss, die ihr Aquarium von Schmutz befreit? Wir würden sie hinter den schmutzigen Scheiben sonst gar nicht mehr sehen können! Das ist in der Tat ein Job für Unerschrockene, doch man müsste uns sehr gut bezahlen, damit wir ihn machen würden.

Den Samen an die Kuh bringen

Das ist ein Job, für den man eine gute Ausbildung braucht, weil man sich sonst im Inneren der Kuh leicht „verlaufen“ würde: der Kuhbesamer. Kühe dürfen bei der Fortpflanzung keinen Spaß haben, sondern es geht alles kontrolliert vor sich, damit die Zuchtprogramme genau eingehalten werden können. Dem Bullen wird das Sperma abgenommen, das sogar eingefroren und zu einer weit entfernten Kuh gebracht werden kann! Dort wird es von einem Spezialisten in die Kuh eingeführt und an die richtige Stelle gebracht. Der Besamer steckt dabei bis zum Ellbogen in der Kuh und ist auch mit seiner Nase sehr nah an dem Tier. Zum Glück wären unsere Arme meistens zu kurz für diesen Job!

Die faulen Eier entdecken

Die Industrie verwendet Massen von Eiern, um alle möglichen Lebensmittel herzustellen – und diese müssen natürlich einwandfrei und frisch sein, weil sonst mehr als nur eine kleine Schüssel Teig verderben würde. Daheim schlagen wir die Eier erst in eine Tasse und riechen daran, um uns von ihrer Frische zu überzeugen – und dieses Job gibt es auch im ganz großen Stil. Dabei geht es darum, Massen von Eiern zu trennen und zu beschnuppern und die schlechten Exemplare schnell auszusortieren. Diese riecht man sehr deutlich denn sie stinken aufdringlich nach Schwefel. Bleibt nur zu wünschen, dass möglichst wenig schlechte Eier dabei sind, sonst ist so ein Arbeitstag schnell im Eimer! Der „Duft“ wird auch in Stinkbomben verwendet, dieser Job ist nur etwas für Menschen mit einem starken Magen.

Texte für Glückskekse schreiben

Das Schicksal hat Sekretärinnen – zumindest, wenn es die Zukunft in einem kleinen Keks voraussagt. Wir dachten ja immer, es handle sich tatsächlich um Wahrsagerei, doch die originellen Sprüche, die uns schon manches Lächeln aufs Gesicht gezaubert haben (vor allem, wenn es schlechte Übersetzungen aus dem Chinesischen waren), werden tatsächlich von professionellen Textern verfasst. Das ist wohl der netteste Job in unserer Liste, die wir hiermit auch beschließen wollen.

Na, im Vergleich zu manchem anderen Job wirkt der Büroalltag gar nicht mehr so schrecklich – nach der Lektüre unserer Liste werden einige Leute sicher etwas motivierter in den Tag starten.

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