Neurodermitis schon in der Schwangerschaft vorbeugen. Das kann man tun.

Neurodermitis schon in der Schwangerschaft vorbeugen. Das kann man tun.

Jede Frau, die unter Neurodermitis leidet, möchte nichts mehr, als dass ihr Kind vor diesen Symptomen geschützt wird. Die entzündete, trockene und juckende Haut ist schon für Erwachsene eine große Belastung. Kinder jedoch verstehen nicht einmal, was ihnen geschieht, warum es so juckt und warum sie nicht kratzen sollen.

Unverträglichkeiten des Kindes schon im Mutterleib

Doch nicht nur Frauen, die selbst betroffen sind, fragen sich nach einer Möglichkeit, wie sie möglichen Unverträglichkeiten des Kindes schon im Mutterleib vorbeugen können. Die Zahl der Allergien ist in den letzten Jahren nachweislich angestiegen. Selbst ältere Menschen mit 60 oder 70 Jahren können noch Überempfindlichkeiten entwickeln. Sogar in den südlichen Ländern, die früher vor solchen Symptomen weitgehend verschont geblieben sind, wächst die Zahl der Menschen, die allergisch reagieren. Begründet wird dies mit der Zunahme von Umweltgiften und mit einer höheren Rußbelastung. In Städten treten öfterAllergien auf als auf dem Land. Das belastet den Alltag und stört das Wohlbefinden, das jeder Mensch sich für seinen Alltag wünscht.

Kann man dem schon in der Schwangerschaft vorbeugen?

Neurodermitis ist mehr als eine Kinderkrankheit

Bis zur Einschulung leiden 10 bis 15 % aller Kinder an Neurodermitis, die sich mit steigendem Alter häufig „auswächst“. Manchmal bekommt eine Frau jedoch in der Schwangerschaft ihren ersten Schub und wird mit der Hautkrankheit konfrontiert. Dabei handelt es sich nicht um eine Entzündung der Nerven, wie früher angenommen wurde. Heute heißt die Neurodermitis in Fachkreisen „atopisches Ekzem“. Das heißt, es besteht einerseits eine Neigung zur Allergie und andererseits ein Defekt der Barrierefunktion der Haut. Das atopische Ekzem tritt in Schüben auf und hängt oft mit dem seelischen Zustand der Betroffenen zusammen. In stressigen Lebenssituationen – und eine Schwangerschaft ist in mancherlei Hinsicht Stress für den Körper und kann auch seelische Belastungen mit sich bringen – bricht die Krankheit auf einmal aus. Man ist dann sprichwörtlich „dünnhäutig“.

Kann man vorbeugen?

Neurodermitis schon in der Schwangerschaft vorbeugen. Das kann man tun.Das Geheimnis der Gesundheit liegt oftmals in der Lebensweise verborgen. Die seelische Ausgeglichenheit kann Schüben vorbeugen, ebenso hat die Ernährung bei Neurodermitis einen großen Einfluss auf einen möglichen Ausbruch und seinen Verlauf.

Hier kann man sich einerseits an die allgemeinen Empfehlungen halten und andererseits die persönlichen Präferenzen ermitteln. Dafür stellt man die Ernährung so um, dass sie möglichst wenige potenzielle Auslöser enthält, und fügt diese nach und nach wieder zu. So lässt sich leichter herausfinden, auf welche Nahrungsmittel man reagiert. Die Ernährung ist auch einer der Schlüssel, wie man bereits in der Schwangerschaft Allergien vorbeugen kann, denn es ist möglich! Die Empfehlungen haben sich in den letzten Jahren durch neue Erkenntnisse allerdings etwas gewandelt.

Allergievorbeugung durch Ernährung

  • Die werdende Mutter sollte keine speziellen Diäten befolgen oder bestimmte Lebensmittel vermeiden. Einfach gesagt, der Verzicht auf Kuhmilch in der Schwangerschaft sorgt nicht dafür, dass ein Kind keine Kuhmilchunverträglichkeit entwickelt, oder umgekehrt. Milch, Nüsse und Fisch, vor denen früher abgeraten wurde, können problemlos verzehrt werden. Gut zu wissen: Durch den Appetit auf bestimmte Lebensmittel zeigt der Körper, was er braucht.
  • Untersuchungen haben ergeben, dass der Verzehr von Meeresfisch in der Schwangerschaft anders lautenden Aussagen zum Trotz das Allergierisiko des Kindes sogar senken kann. Es wird heute also dazu geraten.
  • Wichtig ist eine vollwertige und ausgewogene Ernährung. Die Zufuhr aller Mikronährstoffe muss gewährleistet sein. Ansprechpartner ist der Frauenarzt, der auch Supplemente empfehlen kann.
  • Schwangere haben einen erhöhten Bedarf an Eisen, der durch Fleisch besonders leicht gedeckt werden kann. Doch auch Obst und bestimmte Hülsenfrüchte sorgen für die notwendige Zufuhr des Spurenelements.
  • Es gibt einige Dinge, der für Schwangere absolut tabu sind, weil sie die Allergiegefahr für das Kind stark erhöhen und die Gesundheit der werdenden Mutter schädigen. Das sind etwa Abgase, Tabakrauch (sowohl aktiv als auch passiv geraucht) und Schimmelpilze. Auch der Umgang mit chemischen Substanzen in der Schwangerschaft, wie es zum Beispiel bei Friseurinnen an der Tagesordnung ist, kann Allergien oder Neurodermitis beim Kind auslösen.
  • Für alle Kinder gilt: Nicht die Vermeidung hilft, sondern eine langsame Gewöhnung.
  • Nach der Geburt ist es nachweislich das Stillen, welches das Risiko für Neurodermitis und Allergien senken kann. Doch nicht jede Frau kann oder will stillen, was kein Grund für ein schlechtes Gewissen ist. Es gibt spezielle Babynahrung, die besonders geeignet ist, und auch beim liebevollen Fläschchen geben kann man eine tiefe Bindung eingehen.

Kaiserschnitt oder vaginale Geburt?

Untersuchungen zeigen, dass per Kaiserschnitt geborene Kinder später eher zu allergischen Erkrankungen neigen, was insbesondere für Asthma und Neurodermitis gilt. Man hat gerätselt, woran das liegen könnte und vermutet heute, dass es mit den Bakterien im Darm und auf der Haut zusammenhängt. Ein vaginal geborenes Kind wird bei der Geburt mit bestimmten Bakterien konfrontiert, wobei die Natur es klugerweise so eingerichtet hat, dass diese Bakterien besonders wichtig für die Ausbildung des Immunsystems sind. Darum rät man heute von Kaiserschnitten ohne medizinischen Grund ab.

Medizinisch notwendig ist ein Kaiserschnitt bei rund 10 % der Geburten, in Deutschland kommt jedoch jedes dritte Kind auf diese Weise zur Welt. Das ist eine Verdoppelung im Vergleich zur Kaiserschnittrate von vor 25 Jahren. Es sind die vielen kleinen Entscheidungen, die am Ende die Gesundheit des Kindes im Ganzen beeinflussen. Es ist jedoch gut zu wissen, dass man als Mutter bzw. als Eltern einen großen Einfluss hat und dem Kind so das spätere Leben erleichtern kann.

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