Lehrer – Vom Traumberuf zum Höllenjob?

Wer sich dafür entscheidet, Lehrer zu werden, startet in aller Regel mit einem großen Idealismus in sein Berufsleben. Nicht selten endet der anfängliche Enthusiasmus in Frührente, Burnout oder Depressionen. Viele Lehrer können die hohen Erwartungen mit zunehmendem Alter nicht mehr erfüllen, die Politik und Gesellschaft an sie stellen. Schlechte Rahmenbedingungen mit übergroßen Klassen führen dazu, dass sich eine Vielzahl von Lehrern ausgenutzt fühlt.

Durchschnitt der Frührentner liegt bei 54 Jahren

Zwar tritt das Burnout-Syndrom nicht nur bei der Berufsgruppe Lehrer auf, ausgelöst wird es aber immer gleich: durch eine heftige innere Enttäuschung. Auch andere körperliche Erkrankungen sind die Ursache dafür, dass im Durchschnitt nur etwa sieben Prozent der Lehrer mit 65 Jahren in Rente gehen. Der Durchschnitt der Frührentner liegt bei 54 Jahren. Und die Politik diskutiert über die Ausweitung der Lebensarbeitszeit.

Probleme der Lehrer an deutschen Schulen

In der Bevölkerung herrschen viele Klischees über den Lehrerberuf vor. „Halbtagsarbeiter“, „Dauerferienhaber“ und „faule Beamte“ sind nur einige typische Äußerungen von Außenstehenden. Diese Vorurteile halten der Realität schon lange nicht mehr stand. Im Alltag der Lehrer geht es nicht mehr ausschließlich um Bildung, sondern auch um Betreuung. Hier wird der Pädagoge auch zum Sozialarbeiter, Psychologen und Erziehungsberater.

Eine Untersuchung der Berufssituation von Gymnasiallehrern hat ergeben, dass sich jeder zweite Lehrer erschöpft und anfällig für Krankheiten fühlt. Nur etwa jeder zehnte Lehrer ist fit und rundum belastbar. Dagegen steht ein Fünftel der Lehrer während des Unterrichts unter so starkem Stress, dass er eine psychotherapeutische Behandlung bräuchte.

Ob jemand wirklich für den Lehrerberuf geeignet ist, wird weder während noch nach der Ausbildung überprüft. Längst ist klar: Lehrer sind Schwerstarbeiter. Unter solchen Bedingungen kann der Idealismus schnell auf der Strecke bleiben. Weitere Probleme, die nach Aussage der Lehrer belastend wirken, sind die folgenden:

● Lehrer empfinden ihre Arbeit als zu wenig anerkannt.
● Es werden die geringen Karrieremöglichkeiten bemängelt.
● Das System von Verwaltung und Besoldung wird als unflexibel empfunden.
● Fortbildungsmaßnahmen geschehen nur auf Initiative des Einzelnen und erfahren kaum Unterstützung von der Schulleitung.
● Die Ministerien geben ständig neue und wenig ausgereifte Vorgaben.
● Konflikte im Kollegium und Auseinandersetzungen mit den Eltern werden als belastend empfunden.

Was können Lehrer dagegen tun?

Wer im Berufsleben häufig Drucksituationen ausgesetzt ist, darf die eigene Befindlichkeit nicht aus den Augen verlieren. Bei Problemen müssen geeignete Strategien verfügbar sein, mit denen dann adäquat reagiert und gehandelt werden kann. Dazu gehören ebenso ganz praktische Fähigkeiten wie beispielsweise Entspannungstechniken oder Meditation, als auch Supervisionen gemeinsam mit dem Kollegium unter Anleitung eines erfahrenen Supervisors.

Im Rahmen des Projektes LeguPan – Lehrergesundheit: Prävention an Schulen – wurde speziell für den Lehrerberuf ein Präventivprogramm entwickelt, das helfen soll, Belastungsfaktoren zu erkennen, beruflichen Stress zu bewältigen und langfristig die Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern.

Ausgleich zum Schulalltag ist wichtig

Der Stress der Schule muss auch in der Schule bleiben. Natürlich können und sollen wichtige Vorkommnisse in der Schule auch mit der Familie besprochen werden. Dies sollte aber eine gewisse Zeitspanne, etwa eine Stunde, nicht überschreiten. Abschalten vom Schulalltag ist wichtig, um zu regenerieren. Eindeutige Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben sind unerlässlich. Mögen die schulischen Probleme auch wichtig sein, andere Dinge sind es auch. Beispielsweise ein intaktes Familienleben. Wer ständig bis in die Nacht Klausuren korrigiert, kann seiner Rolle innerhalb der Familie nicht mehr gerecht werden.

Es ist wie mit dem verantwortungsvollen Spielen. Wer es übertreibt, kann schnell süchtig danach werden. Spieleseiten im Internet halten deshalb auch immer Informationen bereit, mit denen man mehr erfahren kann, wie bei dieser entspannenden Freizeitbeschäftigung der Spaß erhalten bleibt.

Ernährung und gesunde Lebensführung

Zu diesem Thema gibt es in den Medien eine Flut von pauschalen Ratschlägen von selbsternannten und ausgewiesenen Experten. Der beste Ratgeber ist jedoch das eigene Gespür dafür, was dem Körper gut tut. Das eigene Wohlbefinden ist essentiell für gute Leistungen im Beruf. Eine gesunde Lebensführung beinhaltet einen angemessenen Umgang mit der Zeit, legt Wert auf eine ausgewogene Ernährung und sorgt für ausreichend Bewegung und Entspannung.

Der Traumberuf kann Träume erfüllen und muss nicht im Höllenjob enden

Gesunde Lebensführung bedeutet aber auch, offen zu sein für Neues, sich ständig fortzubilden und lästige Gewohnheiten ablegen zu können. Lehrer, die all diese Punkte beachten, werden kaum an Depressionen oder Burnout erkranken. Der Traumberuf kann Träume erfüllen und muss nicht im Höllenjob enden. Die Zutaten dafür sind Freude am Beruf, Zeitmanagement, Abschalten, ständiges Lernen und persönliche Weiterentwicklung sowie Vitamine, natürliche Lebensmittel, Bewegung und Entspannung bei Sport und Spiel.

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