Für mehr Sicherheit – Das ist die Welt der Versicherer

Die Möglichkeit, einen Versicherungsvergleich durchzuführen, findet sich zuallererst, wenn die Internet-Suchmaschine mit dem Schlagwort „Versicherung“ oder „Absicherung“ gefüttert wird. Doch wozu und warum schließen Menschen eigentlich Versicherungen ab? Und warum gibt es die Gesellschaft derer, die nicht an die Absicherung durch Versicherer glauben, sondern ihr Geld lieber horten oder investieren, um sich im Schadensfall, bei Krankheit oder in einem regulären „Versicherungsfall“ an den eigenen Reserven zu bedienen? Es ist eine Glaubensfrage, die die heutige Gesellschaft zu spalten scheint. Die eine Hälfte strebt danach, sich gegen jede Eventualität abzusichern, andere wiederum haben nur die Grundausstattungen an Versicherungen.

Ein Branchenüberblick der GDV – Top Versicherungen in Deutschland

Der GDV rückt dem Phänomen „Versicherungslandschaft Deutschland“ mit umfangreichem Zahlenmaterial bei. Beim Schmökern des Statistischen Taschenbuchs fällt auf: Versicherungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein Blick in die Historie zeigt: 232 Millionen Versicherungsverträge gab es im Jahr 1980. 431,1 Millionen Versicherungsverträge wurden im Jahr 2016 gezählt. Die Aufwärtskurve zeichnet sich in allen Versicherungsbereichen fort: Bei den Lebensversicherungen, bei der Privaten Krankenversicherung sowie im Schadens- und Unfallbereich. Sich abzusichern, liegt im Trend. Doch warum?

1. Die Deutschen beherrscht der Wunsch, ihr Hab und Gut zu schützen

Die wichtigste Position auf der Hab-und-Gut-Liste ist das Auto. Ergo: Die Kfz-Versicherung liegt im Ranking sehr weit oben. Der Grund dafür ist einerseits die Versicherungspflicht – die Haftpflichtkomponente ist Voraussetzung, um ein Fahrzeug zuzulassen – andererseits aber auch die Sorge der Deutschen um ihr liebstes Kind: Ihr Auto. Die Vollkaskoversicherung rangiert auf Rang 4 im Ranking mit 27,5 Millionen Versicherungsverträgen. Der Schutzbrief steht mit 26,4 Millionen Versicherungsverträgen direkt dahinter.

2. Die Deutschen fürchten die finanzielle Not und versuchen dieser mit Versicherungen zu entgehen

Das zeigt sich an Rang 2 der Top-10-Versicherungs-Hitliste ganz deutlich: Dort rangiert die Haftpflichtversicherung, die dann einspringt, wenn eine Person einem Dritten unabsichtlich Schaden zufügt. Bevor die Kosten der Wiedergutmachung ins Unermessliche ansteigen, beruhigt die Haftpflichtversicherung die Nerven bereits im Vorfeld.

3. Die Deutschen peilen einen sorgenfreien Urlaub an

Wie sie sich diesen mithilfe einer Versicherung ermöglichen wollen, zeigt die Auslandsreisekrankenversicherung mit 26,1 Millionen Versicherungsverträgen. Nicht in der Grafik geführt, aber bei Weitem nicht uninteressant ist die Reiserücktrittversicherung, die den finanziellen Verlust des Reisepreises minimiert, falls die Urlaubsreise nicht angetreten werden kann.

4. Die Deutschen sorgen sich sehr um ihre Familien

Grund genug, alle möglichen Versicherungskomponenten auf Familienebene abzuschließen. Aber Achtung: Während es die Familienoption bei den meisten Versicherern gibt, bildet die Private Krankenversicherung die große Ausnahme. Dort ist jede Person eigenständig versichert. Weitere Details zur PKV folgen.

5. Die Deutschen sorgen vor

Das heißt sie setzen alles daran, um im Alter gut versorgt zu sein und auch ihren Lebensstandard entsprechend halten zu können – auch wenn die staatliche Rente deutlich unter dem Verdienst zu Zeiten der Berufstätigkeit liegt.

Die Private Krankenversicherung, die PKV, nimmt eine Sonderstellung ein

Natürlich ist den Deutschen ihre Gesundheit wichtig, aber: Selbst wenn sie wollten, dürften nicht alle Mitglied in der Privaten Krankenversicherung werden. Die PKV muss nur diejenigen aufnehmen, die sie aufnehmen will. Zum Vergleich: In der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) herrscht ein Kontrahierungszwang. Das heißt die gesetzlichen Krankenversicherungen haben es extrem schwer, Anträge abzulehnen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung zeichnet diese Bild der Branche:

8,77 Millionen Versicherte hatten im Jahr 2016 eine Krankenvollversicherung, 9,38 Millionen eine Versicherung mit privater Pflegeversicherung. 25,08 Millionen hatten eine Zusatzversicherung. Die Beitragseinnahmen stiegen im Bereich der Krankenversicherung von 2015 auf 2016 um 1,4 Prozent. Die Pflegeversicherung fiel hingegen um 1,4 Prozent.

Wer sich um eine Private Krankenversicherung bemüht, der weiß um die Vorteile, die diese Versicherungsart mit sich bringt: Keine Wartezeiten beim Arzt, die freie Wahl von Krankenhaus und Arzt sowie eine umfangreiche Kostenerstattung beim Hilfsmitteln, Zahnersatz, Sehhilfen sowie alternativen Heilmethoden sprechen für die Private Krankenversicherung. Auch der Service-Charakter steigt: Einen PKV Vergleich kann man online durchführen.

Auch Angestellte haben eine Chance, in PKV aufgenommen zu werden

In Frage kommt diese Versicherungsart allerdings nicht für alle: Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist entscheidend – zumindest für Arbeitgeber im Angestelltenverhältnis. Sie müssen zwei Jahre in Folge ein Jahresarbeitsentgelt von über 59.400 Euro nachweisen können. Dann haben auch Angestellte die Chance, in der PKV aufgenommen zu werden. Sie gesellen sich dann neben Beamte, Anwärter, Studenten und Selbstständige, die sich ohne Blick aufs Einkommen privat versichern dürfen. Angeboten werden Kompakt- und Modulartarife. Die beiden Varianten unterscheiden sich im Grad der Selbstbestimmung: Bei einem Kompakttarif handelt es sich um ein Versicherungspaket, das lediglich mit Blick auf die Zuzahlungsrate variabel ist. Modulartarife lassen sich hingegen in allen Einzelteilen anpassen.

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