Digitalisierung der Gesellschaft. Welche Berufe künftig gefragt sein werden.

Die Digitalisierung der Gesellschaft im Allgemeinen und Industrie 4.0 im Besonderen haben das Potenzial, die derzeit schwierige demografische Entwicklung positiv zu verändern. Stellenbezeichnungen wie Digital Officer, Digital Content Strategy Manager, Data Manager, Digital Analyst oder CRM Analyst werden künftig selbstverständlich werden. Das setzt allerdings Können und eine entsprechende Handlungskompetenzen in den jeweiligen Bereichen heraus.

Entwicklung, Management und Überwachung von Industrie 4.0-Systemen

An die veränderte Bedarfssituation muss sich die Hochschul- und betriebliche Aus- und Weiterbildung anpassen, indem Personal für Entwicklung, Management und Überwachung von Industrie 4.0-Systemen ausgebildet und die betriebliche Ausbildung vor allem auf die Schaffung weitergehender IT-Kompetenzen auf Facharbeiterebene hin ausgerichtet wird.

Kursen mit Tutoren mit Video-Konferenzen

Auf der Weiterbildungsplattform karriere tutor können Nutzer ihre Karrieren in den Bereichen IT, Management oder Marketing gefördert voranbringen. Alleiniges Lernen wird hier mit dem Gruppen-Lernen kombiniert. Dabei treffen Nutzer dann mit anderen Menschen zusammen und können sich austauschen – allerdings komplett online. „Dabei wird alles benutzt, was die moderne Technologie hergibt und nicht nur Digital Natives mittlerweile gewohnt sind. Bei den Kursen mit Tutoren wird auf Video-Konferenzen gesetzt, so dass sich alle sehen und hören können. Sie können sich aber auch in Arbeitsgruppen in virtuelle Räume zurückziehen oder mit dem Tutor zusammentreffen“, sagt Lars Kroll, der bei karriere tutor das Marketing leitet und diesen Ansatz damit begründet, dass alles, was künftig an Technologien kommt (künstliche Intelligenz oder Virtual Reality) auch in der Weiterbildung relevant sein wird.


Stärker ausdifferenzierte Arbeitsumgebungen

Vor dem Hintergrund der stärker ausdifferenzierten Arbeitsumgebungen müssen Unternehmen auch entsprechend neue und faire Arbeitsweisen sowie innovative Führungstechniken entwickeln. Flexibilisierungspotenzial in der Arbeitswelt 4.0 bedeutet, dass Unternehmen den richtigen Level an Agilität finden müssen: Mitarbeiteragilität, Produktionsmaschinenagilität, Logistik, Produktionsnetzwerk, Einkauf und Agilität in der Produktgestaltung. Dafür braucht es entsprechende organisatorische und kulturellen Rahmenbedingungen, unter denen sich Menschen entwickeln können, denn Agilität muss im organisatorischen Design sowie dem Mindset der Mitarbeiter gleichermaßen verankert sein.

Persönlicher Anteil zu einer Vertrauenskultur

Personalmanager und -experten geben Führungskräften hinsichtlich der Entwicklung und Umsetzung neuer Personal- und Organisationskonzepte sowie bei der Auswahl der hierfür geeigneten Mitarbeiter Unterstützung. Dazu gehört auch der Autor und Unternehmer Werner Neumüller, Dipl.-Ing. (FH) von der Neumüller Gruppe in Nürnberg. Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 300 Mitarbeiter/innen an fünf Standorten. Kerngeschäft ist die Rekrutierungsunterstützung über die Personaldienstleistung vor allem im akademischen Umfeld und bezüglich Ingenieurqualifikationen. „Im akademischen Umfeld gesucht werden möglichst innovative Mitarbeiter für zukunftsträchtige Lösungen und Entwicklungen“, sagt Neumüller, für den zur Innovationskultur auch ein Führungsstil gehört, der den Mitarbeitern Freiräume lässt und sie ermutigt, neue Ideen weiter zu entwickeln und mit Risiken und Fehlern umzugehen. Jede/r muss dazu allerdings seinen persönlichen Anteil zu einer Vertrauenskultur beitragen.

Diese Faktoren prägen die Arbeitswelt 4.0:

  • Dienstleistungen werden auch künftig an Bedeutung gewinnen.
  • Der Arbeitsalltag wird zunehmend von innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien geprägt sein.
  • Wissen und Kreativität werden zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren künftiger Wettbewerbsfähigkeit.
  • Unbefristete Vollzeitstellen werden zunehmend durch befristete Projektverträge, freie Mitarbeit und Teilzeit ersetzt.
  • Die Bedeutung von räumlicher Flexibilität wird weiter zunehmen: Mobile Arbeit und das Homeoffice gewinnen weiterhin an Bedeutung.
  • Die Gehälter von Angestellten werden flexibler ausgestaltet.
  • Es entwickelt sich ein neues Bewusstsein für Wertigkeiten von Arbeit.

Weiterführende Informationen

CSR und Digitalisierung. Der digitale Wandel als Chance und Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft. Hg. von Alexandra Hildebrandt und Werner Landhäußer. SpringerGabler Verlag. Berlin Heidelberg 2017.

Erfolgsfaktor Agilität: Chancen für Unternehmen in einem volatilen Marktumfeld. Christan Ramsauer, Detlef Kayser, Christoph Schmitz. Wiley VCH, Weinheim 2017.

Alexandra Hildebrandt, Bild Copyright Steffi Henn

Autorin Dr. Alexandra Hildebrandt ist Nachhaltigkeitsexpertin und Wirtschaftspsychologin. Sie studierte Literaturwissenschaft, Psychologie und Buchwissenschaft. Anschließend war sie viele Jahre in oberen Führungspositionen der Wirtschaft tätig. Bis 2009 arbeitete sie als Leiterin Gesellschaftspolitik und Kommunikation bei der KarstadtQuelle AG (Arcandor). Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) war sie von 2010 bis 2013 Mitglied der DFB-Kommission Nachhaltigkeit. Den Deutschen Industrie- und Handelskammertag unterstützte sie bei der Konzeption und Durchführung des Zertifikatslehrgangs „CSR-Manager (IHK)“. Alexandra Hildebrandt ist Sachbuchautorin, Hochschuldozentin, Herausgeberin und Mitinitiatorin der Initiative www.gesichter-der-nachhaltigkeit.de. Sie bloggt regelmäßig für die Huffington Post zu Nachhaltigkeitsthemen und ist Co-Publisherin der Zeitschrift „REVUE. Magazine for the Next Society”.



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