Digitale Technologien und Bildungsprozesse: Worauf es jetzt ankommt

Digitale Technologien und Bildungsprozesse

Der Wille und der Glaube an den Erfolg treiben Oliver Herbig an. Sein Abitur und sein Diplom-Studium der Biochemie absolviert er mit Bestnoten. Und auch im Berufsleben übernimmt er schnell Verantwortung: Als Führungskraft leitet er bei verschiedenen Arbeitgebern die Marketing- und Vertriebsteams und verwaltet erfolgreich Millionenbudgets. In der deutschen Weiterbildungsbranche macht er sich als Vorstand und Geschäftsführer verschiedener Weiterbildungsanbieter einen Namen. Seine wertvollen Führungserfahrungen gibt er auch als Dozent des Leadership-Coaching-Lehrgangs bei karriere tutor® weiter.
Digitale Technologien und Bildungsprozesse karriere tutor
Als Geschäftsführer bei karriere tutor® ist Oliver Herbig der Visionär, der das Unternehmen mit klarem Plan gezielt und erfolgreich in die Zukunft lenkt. Wohin soll sich das Unternehmen entwickeln und wie kommen wir dort hin? Diese Fragen bewegen ihn nachhaltig. Als überzeugter Netzwerker hat er dafür schon im deutschen Markt die entscheidenden Weichen gestellt, unter anderem indem er erfolgreich Bildungspartnerschaften und akademische Netzwerke auf- und ausgebaut hat.

Interview mit Oliver Herbig

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Herr Herbig, als Sie 1996 die Uni Hamburg mit dem Diplom in Biochemie verließen, war das überhaupt nicht das, was Sie beruflich wollten, weil Ihre Leidenschaft schon damals intelligenten IT-Lösungen und zukunftsfähigen Technologien galt.

Wie haben Sie die nächsten Jahre genutzt, um genau hier Ihre Expertise auszubauen?

Oliver Herbig: Meine Devise war und ist „never stop learning“. Ich habe das Auto zur rollenden Universität gemacht und sowohl inhaltlich wie auch für meine Persönlichkeitsentwicklung ständig Hörbücher und Podcast gehört.

Sie haben die Weiterbildungs-Plattform karriere tutor® geschaffen, wo Nutzer ihre Karrieren in den Bereichen IT, Management oder Marketing voranbringen können. Sie vermitteln hier aber nicht nur Fachliches, sondern auch Sozialkompetenzen. Warum sind sie ebenso wichtig?

Oliver Herbig: Ich sehe ganz oft, dass viele Menschen nur inhaltlich wachsen. Wenn die Persönlichkeitsentwicklung aber auf der Strecke bleibt, entstehen die berühmten Fachidioten, die sicher nie ein Team anführen können.

Was würde passieren, wenn die notwendigen Impulse aus der Bildungspolitik und von den Bildungsinstitutionen zu spät kommen?

Oliver Herbig: Bildung und Deutschland sind so eng verknüpft wie die USA mit dem Grand Canyon und der Freiheitsstatue. Deutschland wird sich sehr nachhaltig negativ verändern, wenn der Fokus nicht auf Bildung liegt.

Weshalb hinkt – verglichen mit anderen Branchen wie Medien, Einzelhandel, Finanzen oder Produktion – der Bildungssektor bei der Nutzung von Technologie stark hinterher?

Oliver Herbig: Die Strukturen, meint die führenden Personen, im Bildungsbereich sind meist sehr alt. Tradition geht vor Innovation. Es ist nur eine Frage des Mindsets der führenden Köpfe in der Bildung.

Wie können digitale Technologien helfen, bestehende Prozesse effizienter zu gestalten?

Oliver Herbig: An unendlich vielen Stellen. Das Lernen ist jetzt keine Sache mehr von geschlossenen Einrichtungen, die feste Zeiten haben. Aber damit nicht genug. Moderne Technologien können jeden Lernenden dort abholen, wo er oder sie stehen. Das Lernen kann so verschieden ablaufen, wie wir Menschen verschieden sind. Mit modernen Technologien können wir Lernende besser motivieren als es je der Fall war. Wir können so das Warum noch viel besser in den Vordergrund stellen.

Wie kann sich die Unternehmens-IT im Zeitalter neuer Technologien neu aufstellen?

Oliver Herbig: Die IT oder besser die Digitalisierungsabteilung stattet das Unternehmen mit digitalen Lösungen aus und schafft ständige Verbesserung und nachhaltigen Nutzen.

Welche Voraussetzungen müssen für eine erfolgreiche Umsetzung einer agilen IT-Organisation geschaffen werden?

Oliver Herbig: Viele Paradigmen der Vergangenheit passen heute nicht mehr. Die wichtigste Voraussetzung ist, meiner Meinung nach, die Offenheit für Innovationen.

Welche agilen Kompetenzen werden von IT-Führungskräften künftig erwartet?

Oliver Herbig: Wenn die Führungskraft die Zeichen der Zeit erkennt und die Innovationskraft der nächsten Generation mit den Erfahrungen der alten Hasen verbinden kann, ist sie auf dem richtigen Weg.

Was muss getan werden, damit die IT-Organisationen beim Übergang zur sogenannten All-Agile IT an der betriebswirtschaftlichen Steuerung nicht scheitert?

Oliver Herbig: „Its all about communication“. Der Wind der Gegenbeispielsortierer ist hart. Eine intensive Kommunikation und ein Abholen aller Beteiligten sind das Wichtigste.

Wie gelingt es, agile Organisationsstrukturen zu etablieren und Business und IT näher zusammenzubringen?

Oliver Herbig: Sie dürfen sich ständig fragen, wie kann ich meine Vorhaben noch besser kommunizieren und intern vermarkten und wen habe ich eventuell noch zu wenig im Boot.

Welche Jobprofile werden künftig überflüssig, und welche müssen neu geschaffen werden?

Oliver Herbig: Oh, die Liste ist lang. Alle Profile mit repetitiven Arbeiten sind „Subject to changed“.

– Das Interview führte Dr. Alexandra Hildebrandt

Alexandra Hildebrandt, Bild Copyright Steffi Henn

Dr. Alexandra Hildebrandt ist Nachhaltigkeitsexpertin und Wirtschaftspsychologin. Sie studierte Literaturwissenschaft, Psychologie und Buchwissenschaft. Anschließend war sie viele Jahre in oberen Führungspositionen der Wirtschaft tätig. Bis 2009 arbeitete sie als Leiterin Gesellschaftspolitik und Kommunikation bei der KarstadtQuelle AG (Arcandor). Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) war sie von 2010 bis 2013 Mitglied der DFB-Kommission Nachhaltigkeit. Den Deutschen Industrie- und Handelskammertag unterstützte sie bei der Konzeption und Durchführung des Zertifikatslehrgangs „CSR-Manager (IHK)“. Alexandra Hildebrandt ist Sachbuchautorin, Hochschuldozentin, Herausgeberin und Mitinitiatorin der Initiative www.gesichter-der-nachhaltigkeit.de. Sie bloggt regelmäßig für die Huffington Post zu Nachhaltigkeitsthemen und ist Co-Publisherin der Zeitschrift „REVUE. Magazine for the Next Society”.



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