Co-Elternschaft: von Kindern mit drei Elternteilen und moderner Familienplanung

Mutter, Vater, Kind. Oder Kinder. Das ist die klassische Familienkonstellation, wie wir sie seit so vielen Jahrzehnten kennen. Doch die Gesellschaft verändert sich und die Traditionen ändern sich mit ihr. Ehen werden geschieden oder gar nicht erst eingegangen. Kinder kommen unehelich zur Welt. Einst verliebte Paare werden zu Alleinerziehenden, die zum Teil in Patchwork-Familien neues Glück zu finden hoffen. Homosexuelle Paare suchen nach Möglichkeiten, sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Das heißt? Die klassische Familienkonstellation aus Mutter, Vater und Kind deckt längst nicht mehr alle Optionen ab, die sich in einer modernen Gesellschaft wiederfinden können. Sie ist nur noch eine von vielen Möglichkeiten.

Co-Elternschaft als neue Möglichkeit zur Erfüllung des Kinderwunsches

Co-ElternschaftDarüber, ob die Millennials tatsächlich beziehungsunfähig sind oder sich moderne junge Menschen einfach eher trauen (und das auch können), unglückliche Beziehungen zu beenden als ältere Generationen, lässt sich streiten. Einen Partner zu finden ist schwer. Den Partner fürs Leben zu finden, scheint für Manche unmöglich. Dennoch ist es nachvollziehbar, dass in einem gewissen Alter der Wunsch nach einem Kind ganz einfach besteht. Vor allem bei Frauen kann irgendwann die berühmte Uhr zu ticken beginnen. Wenn man dann nicht schon seit langer Zeit in einer festen Beziehung lebt, ist es oft schwer herauszufinden, ob der neue Partner der Richtige ist, um eine Familie zu gründen. Manche Frauen (und auch Männer) stellen sich dann die Frage, ob man wirklich in einer festen Partnerschaft leben muss, um ein Kind zu zeugen. Befürworter der Co-Elternschaft sagen: nein!

Was ist Co-Elternschaft?

Wir wissen, dass man zum Kinderkriegen nicht unbedingt Sex haben muss. Künstliche Befruchtung hat uns gezeigt, dass es auch anders geht. Doch Liebe braucht man doch, um ein Kind zu bekommen, oder? Nicht unbedingt. Man kann auch einfach gut befreundet sein, sich gut verstehen und klare Regeln aufstellen. Romantisch muss man das nicht finden, aber es kann für einige Menschen die Lösung ihrer Probleme sein.
Co-Elternschaft bedeutet nicht einfach nur Samenspende.

„Wir waren ja nie ein Paar, sondern haben als Freunde beschlossen, ein Kind zu bekommen. Das ist Co-Elternschaft ganz kurz zusammengefasst. Die sexuelle Orientierung spielt erstmal keine Rolle, es gibt etwa viele lesbische Pärchen, die mittels eines Co-Vaters ein Kind bekommen, aber im Endeffekt bedeutet es einfach nur, dass zwei Menschen, die kein Paar oder Ehepaar sind, sich für ein gemeinsames Kind entscheiden und dieses dann auch gemeinsam großziehen. Wie ein getrenntes Paar, nur ohne die Trennung“,

sagt Jennifer Sutholt im Interview mit Edition F. Jennifer hat sich im Alter von 35 Jahren dazu entschieden ihr Wunschkind mit einem Freund, statt mit einem festen Partner zu bekommen.

Wie funktioniert die Co-Elternschaft?

Jochen König hat zwei Töchter: Fritzi aus einer früheren Beziehung und Lynn aus einer Co-Elternschaft. Zusammen mit einem befreundeten lesbischen Paar zieht er die gemeinsame Tochter groß. Sie treffen alle Entscheidungen zu dritt. Niemand darf überstimmt werden.

„Wie in allen anderen Familien auch, gibt es ständig irgendwas zu organisieren. Oft werde ich gefragt, ob es nicht ein immenser logistischer Aufwand sei, mit drei Müttern den Alltag zu koordinieren und abzusprechen. Ja, Alltagsorganisation ist anstrengend. Ich wüsste aber nicht, warum es aufwändiger sein sollte, die ganzen anstehenden Fragen via Whatsapp-Gruppe zu klären als am familiären Abendbrottisch“,

schreibt König in seinem Blog. Rechtlich ist diese Familienkonstellation trotzdem schwierig. Rechte und Pflichten liegen immer bei den Erzeugern des Kindes. In Jochens Familie sind das er und Marie. Ihre Freundin Cora hat aus rechtlicher Sicht kein Sorgerecht, müsste im Falle einer Trennung aber auch keinen Unterhalt zahlen. Die Rechtslage hinkt damit der gesellschaftliche Entwicklung hinterher und muss dringend angepasst werden.

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Co-Elternschaft – ein Erfolgsrezept?

Co-ElternschaftOb eine Co-Elternschaft funktioniert, hängt stark von den beteiligten Personen ab. Wie gehen sie mit der Erziehung um? Welche Regeln stellen sie auf? Wer hat welche Rechte und Pflichten? Wie erklärt man dem Kind, wie die Familie funktioniert? Wie reagiert das Umfeld? Das sind nur einige der zahlreichen Fragen, die sich angehende Co-Eltern stellen müssen, bevor sie sich auf diese noch ungewöhnliche Familienkonstellation einlassen. Fälle, in denen die „Beziehung“ trotz Planung gescheitert ist, gibt es nämlich leider auch hier.

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