Leben 4.0 – wohin führt uns die digitale Transformation?

Big Data, Data Mining, Blockchain und sichere Datenanalysen – diese Stichworte sind wichtige Faktoren im Zusammenhang mit der digitalen Datenflut. In allen Bereichen unseres Lebens hinterlassen wir digitale Spuren – die von verschiedenen Seiten gesammelt werden. Was sind das für aktuelle Entwicklungen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und wie gehen wir damit um?

Unsere Welt hat sich in den vergangenen 30 Jahren extrem schnell verändert. Vor knapp drei Jahrzehnten war es noch exklusiv, ein Mobiltelefon zu haben und es galt nur für Business-Menschen, immer und überall erreichbar zu sein. Heute ist jeder von uns wichtig genug, um immer erreichbar zu sein. Und nicht nur das. Wir können mit unseren Smartphones und Tablets auch überall ins Internet gehen.

Über W-Lan, Hot Spots oder Breitbandabdeckung können wir rund um die Uhr Mails checken, shoppen, Blogs lesen, recherchieren und organisieren. Wir bedienen Apps, um den besten Weg zu finden oder die schnellste Verbindung von A nach B. Per GPS ist unser Standort jederzeit abrufbar. Das Ergebnis ist eine wahre Datenflut, die täglich über uns zusammengestellt wird, die wir abrufen und versenden. Was geschieht mit all diesen Daten?

Big Data erfordert Verantwortung

Big Data ist ein Begriff, der in letzter Zeit regelrecht als Hype wahrgenommen wurde. Zum einen umschreibt er die riesigen und immer größer werdenden Datenmengen und zum anderen neue und effektive IT-Lösungen, mit denen viele Unternehmen diese Informationsmengen sinnvoll für sich nutzen können. Massendaten lassen sich nicht allein mit Excel abbilden. Kundendaten, Auswertung von Marketingkampagnen oder Lagerbestandsanalysen sind dabei ein Teil der zu verwertenden Datenquellen. Die perfekte Datenanalyse basiert auf ausgeklügelten IT-Programmen, die zwar noch nicht zum Standard gehören, aber zukunftsweisend sind.

Durch Big Data Analytic-Programmen erhalten Unternehmen Wettbewerbsvorteile

Eine gute Datenanalyse kann helfen, ein genaueres Bild der Realität abzubilden. Dabei geht es darum, die gesammelten Daten so zu analysieren und zu clustern, dass auch verborgene Zusammenhänge und Kausalitäten erkennbar sind. Durch die Nutzung von Big Data Analytic-Programmen erhalten Unternehmen Wettbewerbsvorteile, die ihnen neue Einblicke in das Kaufverhalten, die Interessen und das Risikopotential ihrer Kunden ermöglicht. Dabei ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit den gesammelten Daten Pflicht. Sogenannte Blockchain-Technologien kommen hier ins Spiel, die den Austausch sensibler Daten anonym und transparent zugleich ermöglichen. Über die Blockchain ist beispielsweise der digitale Austausch von Rechtsansprüchen rechtssicher machbar. Das kann für die perfekte Anonymität von Transaktionen in manchen Geschäftsbereichen gut sein, rechtsstaatliche Kontrollmechanismen werden dabei allerdings auch schnell umgangen.

Facebook und seine Freunde

Gerade der Umgang mit den Daten aus den sozialen Netzwerken ist ein kontroverses Thema. Über Facebook, WhatsApp oder Twitter generieren sich gigantische Informationsmengen, die eine Menge wertvoller Infos zu Interessen, Verhalten oder lokalen Besonderheiten liefern – frei Haus. Aus der zunächst unschuldig anmutenden Vernetzungsplattform unter Freunden ist ein riesiges Datenfischportal geworden. Ein wahrhaft reizvoller Datenmix für alle Bedürfnisse. Die Geschäftsfreunde von Facebook profitieren inzwischen mächtig davon. Je genauer Facebook seine User kennt, umso besser sind Anzeigen zu verkaufen, denn sie sind zielgenau auf den potentiellen Kunden abstellbar.

Das Geschäftsmodell von Facebook ist dabei weiter nicht besonders transparent. Zwar hält das Unternehmen die Nutzerprofile unter Verschluss und es gibt keine personensensiblen Daten weiter an Dritte, die umfangreiche Datensammlung birgt allerdings ein großes Missbrauchspotential in sich.

Schöne neue Arbeitswelt

Was sind die Folgen der Digitalisierung in der Arbeitswelt? Neue Informationstechnologien oder der Einsatz von künstlichen Intelligenzen können Prozesse optimieren – was nicht nur bedeutet, dass Arbeitsplätze wegrationalisiert werden. Wie einige Anwendungsbeispiele zeigen, können Software-Programme besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen unter die Arme greifen: Zum Beispiel bei ärztlichen Diagnosen, bei der exakten Modellierung von Zahnersatz oder der Berechnung von Schadensbemessungen.

Experten prognostizieren seit geraumer Zeit, dass immer mehr komplexe Prozesse von Softwareprogrammen übernommen werden. Das hat durchaus Vorteile: Durch die Auswertung der Daten steigt die Vorhersehbarkeit von Prozessen, deren Planung und somit eine stärkere Absehbarkeit von Risiken. Die Anforderungen an den Menschen in seinen fachlichen Kompetenzen verändern sich.

Für viele haben sich durch die neuen Technologien sehr wertvolle Aspekte in Richtung Lebensqualität und Selbstverwirklichung ergeben. Das mobile Arbeiten beispielsweise ermöglicht eine viel flexiblere Gestaltung eines Arbeitstages. Und noch nie war es so einfach, an den Vermarktungsmöglichkeiten im World Wide Web teilzuhaben. Digitale Nomaden profitieren von den Möglichkeiten ebenso wie unzählige Klein- oder Einzelunternehmer. Die Goldgräberstimmung hält weiter an. Von der globalen Vernetzung können immer mehr Menschen profitieren: Nach aktuellen Erhebungen gab es 2016 weltweit 966 Millionen Webseiten und 3,3 Milliarden Nutzer – Tendenz weiter steigend.

Die Angst vor dem herzlosen Roboter

Die Digitalisierung unserer Welt hält weiter an. Wie groß ist die Gefahr, dass wir als Menschen dabei untergehen? Unzählige Zukunftsforscher und Science-Fiction-Filme haben sich damit beschäftigt und den Kampf von Mensch und Roboter thematisiert. Schon 1968 hat Regisseur Stanley Kubrick diesem Konflikt einen dramatischen Filmhöhepunt gesetzt: Wenn der sensible Bordcomputer HAL im Sci-Fi-Klassiker „2001 – Odysee im Weltraum“ nicht mehr nur gehorchen will und um seiner eigenen Macht willen das Leben der Crew des Spaceships opfern will, werden diese Ängste bildhaft angesprochen.

Können Software-Programme den Menschen ersetzen? Die Kernkompetenz des Menschen ist in seiner Vielschichtigkeit immer noch unerreicht: Empathie und Intuition lassen sich eben nicht programmieren. Das Mit-Fühlen des Menschen ist unerreicht. In so gut wie allen Bereichen des Lebens spielt dies eine Rolle, das menschliche Miteinander hat zu viele feine Nuancen, die nicht einfach durch Algorithmen zu ersetzen sind. Und wir sind trotz unser tollen Apps immer noch haptische Wesen, wir wollen etwas berühren, sozusagen den Stift in der Hand führen. Eine Erklärung für unsere Sehnsucht nach Echtem, den Retro-Trend oder warum Papierkalender boomen, obwohl die digitale Konkurrenz stark ist.

Eine hohe Moral und Ethik im Umgang mit digitalem Fortschritt ist weiter gefragt. Letztendlich haben wir Menschen es in der Hand, für was selbst hochkomplexe künstliche Programme in den Einsatz kommen. Ob in der Absicht, andere zu kontrollieren zu können oder um damit Zukunftsvisionen einer gerechteren und friedlicheren Welt umzusetzen – es liegt an uns, was wir programmieren wollen.

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