Warum Konzentration in unserer Gesellschaft so wichtig ist

Höher, Schneller und Besser – in unserer modernen Leistungsgesellschaft wollen wir das scheinbar alle. Das ultimative Ergebnis sollte am besten schon gestern vor uns auf dem Tisch liegen. Sofortige Befriedigung, der Weg des geringsten Widerstandes und Impulsgetriebenheit sind die unvermeidlichen Begleiterscheinungen davon. Ständig auf Abruf sein müssen/wollen, aus Angst etwas verpassen zu können, führt dazu, dass wir mehr reagieren und weniger agieren. Ablenkungen sind in den meisten Arbeitsumgebungen – ob Schule, Bibliothek oder Großraumbüro – die Norm und dienen stellenweise als kurzes Ventil zum Dampf ablassen.

Einflüsse, die penetrant um unsere Aufmerksamkeit buhlen

die-zentrale-rolle-der-konzentrationWie bei allen Stimulanzien, wird hier das kurze Hoch dem langfristigen Wohle übergeordnet. Wirklich störungsfreies Arbeiten und kreatives Schaffen kommt immer seltener vor. Für viele Angestellte ist es sogar zu einem unbekannten Luxus geworden. Die wenigen, die es trotz der Menge an Einflüssen – die penetrant um unsere Aufmerksamkeit buhlen, schaffen, hin und wieder in Zurückgezogenheit komplett ablenkungsfrei zu arbeiten, sind gleichzeitig jene, zu denen wir aufschauen und die wir als die Erfolgreichen betrachten. Management Koryphäe Fredmund Malik schreibt nicht umsonst in seinem Werk Führen – Leben – Leisten die folgenden Zeilen:

„Konzentration ist einer der wichtigsten Schlüssel zu Ergebnissen und zu Erfolg. Es ist der wichtigste Grundsatz, um mit Überlastung und ständig steigenden Anforderungen fertig zu werden. Konzentration heißt: dann, wenn man arbeitet, ohne Ablenkung, ohne Störung, nur an einer Sache, eben effektiv zu arbeiten.“

Gut beraten, mit dem bekannten Blockzeitprinzip

Malik spricht hier genau den Schlüsselpunkt an, der auch von anderen Experten auf dem Gebiet des wirksamen und produktiven Arbeitens wie zum Beispiel Gary Keller in The One Thing oder Peter Drucker in The Effective Executive immer wieder betont wird: wer sich absetzen will, viel leisten möchte und mit seinen Projekten planmäßig fertig zu sein anstrebt, der ist gut beraten, mit dem bekannten Blockzeitprinzip.

Dieses besagt, dass zumindest für die Aufgaben mit allerhöchster Priorität, die kreatives Denken und tiefe Reflexion erfordern, ein Zeitblock festgelegt wird, in dem ohne jegliche Ablenkungen (das bedeutet auch kein Handy und keine Mails) an dieser Aufgabe gearbeitet wird. Die Dauer der Zeitblöcke variiert zumeist zwischen 50-90 Minuten – je nachdem womit man gerade beschäftigt ist.

Bewusste und achtsame Regenerierung

Hand in Hand mit dem Blockzeitprinzip gehen kreative Pausen – die bewusste und achtsame Regenerierung. Ziel der kreativen Pause ist es, den Kopf freizukriegen und die Batterien wieder aufzuladen. Praktiziert wird das meist in Form von Bewegung, Atemübungen, einer kurzen Meditation oder ein paar kurzen Dehn- bzw. Yogaübungen.
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Wer dem Blockzeitprinzip und den kreativen Pausen folgt, wird nicht nur eine enorme Veränderung in seinem Output wahrnehmen, sondern auch eine spürbare Verbesserung der eigenen Konzentrationsfähigkeit feststellen.

Die 6 zentralen Bausteine für eine bessere Konzentration sowie 33 Wege, wie du dich besser konzentrieren kannst, findest du hier.


jonathan-sierckAutor Jonathan Sierck ist, Workshop-Referent und  Keynote-Speaker. Der gebürtige Südafrikaner und studierte Philosoph ist Selbstoptimierungs- und Mindsetexperte und unterstützt seine Klienten und Kursteilnehmern dabei, sich selbst noch besser zu managen, effizienter zu arbeiten und mehr von ihrer mentalen Leistungsfähigkeit abzurufen. Als Gründer der Inspired World GmbH bringt er sein breites Hintergrundwissen und seine Erfahrung auch im unternehmerischen Kontext ein. Neben Vorträgen und Seminaren, schreibt Jonathan Sierck auch regelmäßig Artikel für seinen Blog.

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