Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Freizeit

Mit Freunden treffen, feiern oder zusammen einen Spaziergang machen – schöne Freizeitbeschäftigungen können so einfach und angenehm sein. Doch der direkte Kontakt wird aufgrund der Digitalisierung und des Internets immer weniger. Es gibt bereits länger die Möglichkeit, sich mit anderen zu treffen, ohne dass dabei jemand wirklich das Haus verlassen muss. Ob nun Online-Computerspiele, Online-Casinos oder der Shopping-Bummel – all dies ist heute problemlos über das Internet möglich. Ferner nutzen heute bereits 90 Prozent der Deutschen das Internet zur Planung Ihrer Freizeitbeschäftigungen, wie auf Cash-Online.de berichtet wurde.

Doch welche Bereiche sind betroffen und wie wirkt sich das Ganze am Ende tatsächlich aus? In diesem Artikel soll das Ganze beispielhaft etwas genauer aufgezeigt werden.

Beispiel 1: Online-Casinos statt Live-Casinos

Hier ein paar Runden am Roulette-Tisch drehen oder da das Glück mit Spielautomaten versuchen – in den letzten Jahren treten Online Casinos auch über nach Deutschland ausgestrahlte TV-Kanäle immer offener auf. Deren Beliebtheit ist in den letzten Jahren gestiegen. Eine Aussage, die sich auch daran ermessen lässt, wie stark die Szene inzwischen in die Breite gegangen ist. War es nach der Jahrtausendwende eine Handvoll Casinos, die auch im Internet Leistungen angeboten haben, existieren inzwischen hunderte entsprechende Angebote – und die Zahl nimmt stetig zu.

Gerade vom mobilen Internet und der Virtual Reality erwartet sich die Branche einige Impulse. Wie sehen Spieler die Entwicklung? Und was sagt der Gesetzgeber eigentlich zu der Vielzahl an Online Casinos, deren Seiten auch für Nutzer aus Deutschland ohne große Schwierigkeiten zu erreichen sind?

Das Problem mit der Lizenz

Verlässliche Zahlen dazu, wie viel Kunden aus Deutschland sich in Online Casinos anmelden, gibt es leider nicht. Allerdings dürfte deren Zahl in den letzten Jahren – wenn die Umsätze und Einnahmen der Branche zugrunde gelegt werden, gestiegen sein. Hintergrund: Entsprechend des iGaming Dashboard, dessen Zahlen auf den Daten von H2 Gambling Capital beruhen, lag der Bruttogewinn – im globalen Maßstab 2015 bei 34,5 Milliarden Euro.

Spieler aus Deutschland in einem Dilemma

Hintergrund: In der Bundesrepublik herrscht bereits ein Tauziehen um den richtigen Umgang mit Online Casinos und dem iGaming Sektor. Die aktuellen Rechtsgrundlagen verbieten Online Casinos eigentlich. Damit macht sich jeder Spieler, der bei einem dieser Anbieter Echtgeld setzt nach § 285 StGB (Strafgesetzbuch) strafbar.

Aber: Das „Süppchen“ wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. In Deutschland regulieren der Glücksspielstaatsvertrag bzw. der 1. Glücksspieländerungsstaatsvertrag die rechtlichen Rahmenbedingungen. Im Änderungsstaatsvertrag wurde ein Lizenzierungsprogramm für Sportwettenanbieter vorgesehen. Letzteres haben:

• der Europäische Gerichtshof (EuGH)
• der bayerische Verfassungsgerichtshof
• der Hessische Verwaltungsgerichtshof
• gerügt bzw. für nicht verfassungskonform erklärt.

Deutschland kann Anbietern nicht einfach den Zugang verwehren

Besonders im Zusammenhang mit dem Recht in der EU kollidiert die Gesetzgebung in Deutschland fundamental. Der Grund: Innerhalb der EU sehen einige Länder die Vergabe von Konzessionen an Online Casinos liberal. Da in der Europäischen Union die Dienstleistungsfreiheit gilt, kann Deutschland diesen Anbietern nicht einfach den Zugang verwehren. Bleibt die Frage, inwiefern die Formulierung des nicht staatlich erlaubten Glücksspiels aus dem StGB durch diese Tatsache berührt wird. Einige Online-Casinos wie Online Casino Deutschland sind zudem in Schleswig-Holstein lizensiert, wie hier nachzulesen ist.

Mit dem 2. Glücksspieländerungsstaatsvertrag sollte eigentlich endlich Rechtssicherheit entstehen. Kritiker sehen hierin trotzdem wieder nur einen „faulen“ Kompromiss. Die Länder Schleswig-Holstein und Hessen haben zudem bereits Widerstand angekündigt. Zu den Aspekten gehören dabei, die im Vordergrund stehen müssen, gehören: Spielauswahl, Banking, Quoten, Support und Bonusprogramme.

Ein bunter Mix aus Spielmöglichkeiten

Dass die Spielauswahl Bedeutung hat, versteht sich von selbst. Online Casinos, die ausschließlich Slots (also Spielautomaten) anbieten, kommen im Vergleich zur Konkurrenz, die als Rund-um-Anbieter auftritt, nicht sehr weit. Ein bunter Mix besteht aus Automaten, Karten- und Tischspielen wie Roulette.

Beim Thema Quoten geht es um die Auszahlungen für die einzelnen Spiele. Eine Quote von 95 Prozent für einen Automaten bedeutet, dass von 100 Prozent Einsatz (zumindest statistisch nach dem Motto der großen Zahlen betrachtet) 95 Prozent wieder an Spieler ausgezahlt werden. Auch als Return to Player (RTP) bezeichnet, sind entsprechende Informationen im Regelfall im Paytable zu finden.

Beispiel 2: Der Online-Shoppingbummel

Es gibt wohl kaum einen Bereich, der sich durch das Internet so verändert hat wie das Einkaufen. Heute ist es problemlos möglich, durch die Sortimente hunderter Online-Shops zu stöbern, ohne dabei die heimische Couch verlassen zu müssen. Dies ist vor allem in folgenden Situationen interessant:

Es handelt es um den Einkauf schwerer Gegenstände, die man nur schwer selbst nach Hause transportieren kann.

Es werden Waren bestellt, die beim städtischen Stadtbummel nicht zu finden waren. Ob nun exklusive Mode, seltene Spiele oder Genusswaren der besonderen Art – das Internet bietet alles, was das Herz begehrt.

Der Kauf besonderer Spezialitäten aus dem Ausland ist über das Internet ebenfalls kein Problem. Oft können sogar direkt kleine Hersteller angeschrieben werden.

Vorteile des Online-Shoppings

Online-Shopping bringt heute also eine ganze Reihe an Vorteilen mit sich:
• Keinen Stress mehr im Gedränge der Einkaufszentren und Innenstädte
• Genauer Überblick über das Sortiment und zielgerichtete Suchmöglichkeiten
• Einsparungen durch die Vergleichsmöglichkeit der Preise
• Bequeme Lieferung direkt nach Hause (auf Wunsch bei vielen Händlern auch per Express-Lieferung)
• Höhere Verfügbarkeit durch eine größere Zahl an möglichen Einkaufsquellen
• Zeitliche Unabhängigkeit bei der Bestellung

Nachteile des Online-Shoppings

Natürlich bringt der Online-Einkauf auch deutliche Nachteile mit sich:
• Dem Einkauf wird der „Eventcharakter“ genommen
• Kein gemeinsames Stöbern mit Freunden in den Auslagen der Geschäfte
• Keine Gelegenheit, sich dabei in ein Café zu setzen und zu plaudern
• Keine direkte Verfügbarkeit der Waren

Das Leben wird insgesamt unpersönlicher

Fazit: Ob beim Online-Shopping, im Online-Casino oder beim Chat mit Freunden – die Digitalisierung bietet ungeahnte Möglichkeiten. Wir sind immer überall für unsere Freunde und Bekannten erreichbar und können zudem öffentlich aufzeigen, was wir gerade tun. Trotzdem geht durch digitale Freizeitbeschäftigungen der persönliche Kontakt zu anderen Menschen ein Stück weit verloren. Es dürfte somit eine der größeren Herausforderungen der Zukunft werden, trotz ungeahnter digitaler Kontakt- und Beschäftigungsmöglichkeiten nicht zu vereinsamen.

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