Alpenüberquerung zu Fuß – eine Wanderung gegen den inneren Schweinehund.

Die Alpen überqueren, aber wie genau?

Die Alpen haben viele von uns schon einmal in ihrem Leben überquert. Vom Flugzeug haben wir auf die schneebedeckten Gipfel heruntergeblickt, durch das Zugfenster oder durch die Scheibe des Autos haben wir die vorbeiziehende Landschaft genossen. Doch wer kann schon von sich behaupten, die Alpen zu Fuß überwunden zu haben? Diese Zahl dürfte zweifellos gering ausfallen, doch vielleicht gehören Sie bald zu den Mutigen, denen es gelungen ist.

Alpenüberquerer berichten über ein unvergleichliches Erlebnis 

Alpenüberquerung zu Fuß

Quelle: www.die-alpenueberquerung.com

Eine Woche in der Natur, täglich ein kräftezehrender Fußmarsch und nur wenig Kontakt zum alltäglichen Leben – warum sollte man das tun? Erfahrungsberichte von Wanderern, die eine der Routen über die Alpen oder andere lange Wanderstrecken bereits zurückgelegt haben, können vielfältige Gründe nennen. Jeder von ihnen scheint so simpel wie einleuchtend. Manche von ihnen berichten von einem plötzlichen Gefühl der Verbundenheit mit den Mitstreitern, das aus der gemeinsamen Bewältigung einer Herausforderung entsteht. „Alle haben ein ähnliches Ziel und teilen die Begeisterung für die Berge. Das verbindet natürlich und sorgt zumeist für ein kameradschaftliches und hilfsbereites Klima unter eigentlich wildfremden Menschen.“ (Alpenwanderer, 22.Juli 2016)

Während der Alpenüberquerung zu Fuß entsteht außerdem eine unvergleichliche Verbindung zur Natur wie man sie in seinem Alltag kaum erleben kann. „Das ist einfach wunderbar zum Abschalten. Zugleich wird man dadurch auch geerdet, weil man wieder merkt und sich dessen bewusst wird, wie klein der Mensch in der weiten Natur doch eigentlich ist und man erfährt dadurch wieder mal ein heilsames Maß an Demut.“ (Alpenwanderer, 22.Juli 2016)

Wie uns Langstreckenwandern glücklich macht

Die ehemalige Managerin Christine Thürmer gab vor fast 10 Jahren ihr geregeltes Leben auf und wanderte seither über 30.000km durch die verschiedensten Länder der Erde. Sie berichtet in verschiedenen Interviews von einem ganz besonderen Glücksgefühl, das durch das Wandern entstehe:

„Beim Wandern kommen Sie in einen Zustand, in dem Sie weder unter- noch überfordert sind – das macht schon mal grundglücklich. (…) Zweitens: Die Glücksschwelle ist niedrig. Unterwegs braucht man nur Wasser, Proviant, Wärme, Wetterschutz. Alles darüber hinaus – eine warme Dusche, ein weiches Bett, ein zusätzlicher Schokoriegel – beschert Ihnen einen Glücksflash.“ (Interview von Antje Blind mit Christine Thürmer für spiegel.de, 09. April 2016)

Eine Wanderung wie die Alpenüberquerung zu Fuß kann selbst erfahrene Langstreckenwanderer an ihre körperlichen Grenzen bringen. Doch die erfolgreiche Überwindung des inneren Schweinehundes beschwört ein Selbstvertrauen und Erfolgserlebnis herauf, von dem Sie lange zehren können. In erster Linie gilt: Vorbereitung und Planung sind alles.



Viele Wege führen über die Alpen, so finden Sie den Passenden:

Um die Alpen zu Fuß zu überqueren gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am bekanntesten und häufigsten begangen ist der Europäische Fernwanderweg Nummer 5 (E5), der vom österreichischen Oberstdorf ins italienische Meran führt. Auf einer 100km langen Strecke über Berge und durch Täler können geübte Wanderer hier Natur und Landschaft genießen. Aufgrund der großen Beliebtheit dieser Route bei Wanderfreunden aus aller Welt, empfiehlt es sich jedoch auf Reisedaten außerhalb der Ferienzeiten auszuweichen.

 Mehr Zeit für Genuss oder lieber die ganz lange Strecke?

Alpenüberquerung zu Fuß

Quelle: www.die-alpenueberquerung.com

Seit 2014 gibt es eine neue Route für etwas weniger gut trainierte Wanderer, die bei ihrer Alpenüberquerung mehr Zeit für Genuss haben möchten. Von Gmund am bayrischen Tegernsee führt diese Strecke nach Sterzing in Südtirol. Fest eingeplante Bus- und Bergbahnnutzung, sowie weniger steile Streckenabschnitte ermöglichen hier ein entspanntes Wandern in ebenso schöner Alpenkulisse wie auf den herkömmlichen Pfaden.

Für beide Routen sollte man eine Woche mit täglich fünf bis acht Stunden Gehzeit einplanen. Wem das noch nicht genug ist, der kann sich an die vierwöchige Tour von München über die Alpen nach Venedig wagen. Die Strecke von 500km zu Fuß zurückzulegen und dabei etwa 20.000 Höhenmeter zu überwinden, verspricht für jeden Wanderfreund eine echte Herausforderung und großartige Erfahrung zu werden. Für welchen Weg Sie sich schlussendlich auch entscheiden – ein einzigartiges Erlebnis wird die Alpenüberquerung in jedem Fall.

Buchtipp: Gerald Aichner „Die Bergtour ans Meer“

„Die Bergtour ans Meer“ lautet der Titel des Buches, in dem Gerald Aichner seine dreiwöchige Wandertour von Scharnitz – über die Alpen – nach Venedig beschreibt. Gemeinsam mit seiner Frau nahm er die Überwindung von 18.000 Höhenmetern und die Bezwingung eines Fußmarsches von 250km auf sich. Diese Wanderung bescheint er selbst als „eine tolle Herausforderung, aber ein noch tieferes und wunderbares Naturerlebnis“. Die Beschreibung dieser Reise ist sowohl Erfahrungsbericht als auch Motivation und Tourenführer für alle, die sich dieser Herausforderung ebenfalls stellen wollen.

Weitere Informationen für eine Alpenüberquerung zu Fuß



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